…haben nur den halben Winter geschafft…

Die Pause wird etwas kürzer als geplant. Ute und Peter fragen, ob wir nicht schon bald vorbeischauen. Das machen wir gerne. Weihnachten und Silvester verbringen wir also gemütlich und mit leckerem Essen bei Ute und Peter und Carlito.

...so nah ist er uns...

…so nah ist er uns…

Der kleine Kerl sollte sich gleich mal wieder an uns gewöhnen, wir haben schon einen Hüteauftrag für Mitte Januar. Bis dahin genießen wir das doch fast immer sonnige Wetter in Marbella, die Spaziergänge am Paseo am Meer entlang und den üblichen cortado (kleiner Milchkaffee aus Espresso) in einem der Cafés. Peter und Claudi spielen ab und zu auf dem nahe gelegenen Sportfeld Basketball. Eieiei, wenn man fast 30 Jahre oder mehr nicht mehr regelmäßig auf den Korb geworfen hat, muss man kräftig üben 😉, es wird so langsam. Aber vor allem macht es  total Spaß, das ist die Hauptsache.  
Ute und Peter fliegen Mitte Januar nach Deutschland. Und Martin bekommt ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Nach erneuten Telefonaten und nochmal einer zusammenfassenden Mail von uns erhält er doch tatsächlich von der Krankenkasse noch die Zusage für den Aufenthalt in der TCM (Traditionell Chinesische Medizin) Klinik. Wir glauben es kaum. Das ist ja toll und gibt uns Auftrieb! Juhu!


Die Klinik meldet sich schon zwei Tage später und ein Termin ist ausgemacht, Mitte/Ende März geht’s los. Dann müssen wir nur ein wenig früher nach Hause fahren, das ist prima. Allerdings hat Claudi zunehmend Probleme und Schmerzen beim Laufen bzw. Spazierengehen und eine Strecke, die sonst zwar nicht kurz, aber ok ist, strengt sie unglaublich an. Martin schleppt sie in die deutsche Klinik (wir würden es Praxisgemeinschaft oder kleines Ärztehaus nennen), in der auch ein Orthopäde tätig ist. Vielleicht nimmt sich der auch mehr Zeit als das in Deutschland gerade bei dieser Fachrichtung leider meist üblich ist. Also gut, Termin vereinbart, untersucht, Röntgen, Diagnose Impingement an der rechten Hüfte. Das heißt so in etwa, der Platz zwischen Hüftschale und Oberschenkelknochen bei der Beugung ist zu eng. Wenn das Bein also nach vorne geht, stößt der Oberschenkel an der Schale an. Laut Doc sind dort schon kleine Knochenzysten sichtbar. Er spricht von OP, heißt Hüft-Arthroskopie. Physio bringt aus seiner Sicht nichts, weil die Ursache (es gibt diverse) der grundsätzlich zu gerade Knochen ist. Das heißt, dem Oberschenkel fehlt nach dem Kopf die Taille, wo bei der Beugung die Hüftschale Platz hat. Und irgendwann ist nach Jahren auch verschlissen, was bisher gereicht hat, um nicht weh zu tun. Wenn es denn so ist. Allerdings passen alle Begleiterscheinungen, auch die seit Jahren immer wieder plötzlich auftretenden Leistenschmerzen geradezu perfekt in’s Bild. Schade, dass das der Orthopäde, bei dem Claudi vor Jahren (jetzt nachgeschaut, es war Sommer 2014!) auf der Durchreise zu Hause war, gar nicht bedacht hat. Der meinte nur, kein Leistenbruch, Fall erledigt. Ok, belassen wir es dabei. Wenig belasten, wenig gehen etc. Super. Nach einigem Gedanken machen beschließen wir daher, früher nach Hause zu fahren. Die Schmerzen werden nicht besser… Martin verlegt seinen Klinikaufenthalt vor, was glücklicherweise problemlos funktioniert. Claudi sucht wohl oder übel online einen Hüft-Arthroskopie-Spezialisten in München für eine Zweitmeinung, wie vom hiesigen Arzt empfohlen. Ok, so weit, so gut, alle Termine abgemacht. Trotzdem wollen wir noch etwas von den Tagen in der Sonne haben und kümmern uns fleißig um unseren Mitbewohner Kater Carlito. Der wird bespielt, beschmust, gefüttert und bei Laune gehalten. Aus den zwei Wochen Hüten werden drei, Ute und Peter müssen in Stuttgart einige Tage verlängern.
Wir haben noch ein lustiges Erlebnis im Papierwarenladen. Als wir nach Schnellheftern schauen, hören wir das Gespräch der Eigentümerin mit einem älteren Kunden, der Unterlagen kopieren lässt. Ja, sie hat deutsche Kunden, um das lesen zu können, aber gerade ist niemand da. Da mischen wir uns doch gleich ein, sagen, dass wir Deutsche sind, ob oder wie wir helfen können. Bitte diese Papiere hier anschauen. Aha, lustig, es handelt sich um mind. die erste Mahnung der Klinik in Dresden, die den älteren Herrn anlässlich eines Autounfalls versorgt hat. Er hat das noch nicht beglichen und auch noch nicht seiner Kasse gemeldet. Das Schreiben ist vom September…. ebenso, wie er die Rechnung für die Abschleppkosten seines Fahrzeuges (auch hier nicht der erste Brief) noch nicht bezahlt hat, diese datiert vom Oktober. Wow, der ist ja entspannt. Jedenfalls weiß er nun, was dort steht und meint, ja, also das gebe ich jetzt mal den Versicherungen. Ja, mach das, aber flott 😀. 
Am schwersten macht uns dann doch tatsächlich Carli den Abschied. Er checkt das sofort und setzt sich mitten ins Wohnzimmer, aber mit dem Rücken zu uns. Er ist beleidigt, weil seine Futter- und Spielkameradin Claudi geht. Er dreht den Kopf her, ist aber tatsächlich verstimmt ob unserer Abreise. Lustig und interessant, wie die Tierchen das kapieren und einem zeigen. Also gehen wir schnell, damit der Abschiedsschmerz nicht größer wird…. die Sonne scheint, der Himmel ist knallblau. MeerTschüß liebe Ute, tschüß lieber Peter, danke sehr und los geht’s. 
Wir haben noch oft Blick aufs Meer bis Málaga, dann geht es in die Berge. Kurz vor dem Abzweig entscheiden wir uns doch noch um und fahren nach Córdoba. Das haben wir bisher immer nicht geschafft. Wenigstens mal dort vorbeischauen….
Schönes Wetter und wieder unzählige Olivenbäume begleiten uns dorthin. Der städtische Stellplatz ist ok, aber sehr schräg, wir parken um nach oben, trotzdem schräg. Also stellen wir uns längs statt wie markiert quer. Besser zum ausgleichen, wie wir meinen. Der Platz ist sehr groß, da haben locker 80-100 Fahrzeuge Platz, da stören wir so herum niemanden heute, wo es fast leer ist.
Wir wollen nur eine Nacht bleiben, also machen wir uns gleich auf in‘s Dorf. Im Park der Mezquita/Kathedrale überlegen wir, ob wir wirklich Lust auf eine Besichtigung haben. Denken dann aber scharf nach, wie bekloppt wir wären, wenn wir das nicht machten. Wer weiß, wann wir hier wieder vorbeikommen. 

Mezquita I

 

Mezquita II
Wir kennen ja Granada und das war wirklich sehr beeindruckend. Aber diese alte Moschee und Kirche (ineinander gebaut, ganz krass, zuerst die Kirche, dann die Moschee und dann wieder christliche Teile). Wahnsinn, einfach unglaublich, wie schön die von den Muslimen erbauten Bögen in dem riesigen Raum sind. Vollkommen beeindruckend, da kommen einem regelrecht Tränen bei dieser Schönheit. Wir sind inzwischen ab und an skeptisch oder nicht mehr beeindruckt, wenn wieder mal die Rede von einem Weltkulturerbe ist. Aber das hier ist wirklich eines! 
Keine 10 Minuten zurück auf dem Stellplatz klopft‘s an unserer Tür. Der städtische Beamte beschwert sich, dass wir längs statt quer stehen, wie es hier Vorschrift sei.  Wir erklären, dass wir so besser stehen und dass es doch keinen stört, der Platz ist mit vielleicht 10 Fahrzeugen verstreut belegt. Es hat üüüüüberall noch gaaanz viel Platz. Egal, das könnte ja dann jeder machen und das gibt Ärger, blablabla. Nochmal, nur diese Nacht, wir sind morgen gleich weg, wir stören doch keinen, müssen alles einräumen, zwei Stützen hochkurbeln und drehen. Nein, keine Chance, wir müssen uns anders hinstellen. Idiot, echt. Wir halten uns so gut wie immer an jede dämliche Vorschrift, nun einmal nicht, wobei wir keinen stören, zudem sind die markieren Plätze genau genommen Pkw-Plätze, viel zu schmal und zu kurz für Wohnmobile. So etwas ist echt ärgerlich, weil es ja pedantischer ist als deutsch und vollkommen unnötig. Abgesehen von diesem Zwischenspiel liegt der Platz zwar sehr gut, ist aber – auch für Córdoba – überteuert mit 17,85 Euronen. Sehr schräg, da reichen selbst die üblichen Unterlegkeile nicht, kein Strom oder 1-2 Anschlüsse (gibt es angeblich, haben wir halt nicht gesehen), und 100 l Wasser kosten 2.- EUR, sehr unüblich. Und sie haben schlicht aus einem Pkw-Parkplatz einen erweiterten Parkplatz gemacht, Entsorgung ins Eck gepappt und abkassiert. Trotzdem: Córdoba und seine Mezquita, toll! Und Achtung, keinesfalls unten am Bach, an der Promenade im ‚Roma‘ essen, zu fettig, zu ungewürzt, bäh. Der schlechteste ensaladilla rusa, da denken wir an den wirklich guten in Marbella im Mercado 12 zurück….seufz.
Dafür haben wir eine schöne Unterhaltung mit zwei bulgarischen Studenten, die uns nach einigem Austausch (sie kommt vom Studienhalbjahr aus Portugal und muss übermorgen nach Hause, er kommt gerade an und ist ein Semester in Córdoba) als nächste Route Rumämien-Bulgarien-Griechenland-Albanien-Montenegro-Kroatien etc empfehlen. Ja, das können wir uns vorstellen, ganz sicher super neu und interessant!

Wir überlegen bereits seit Tagen, ob wir hauptsächlich an der Küste oder im Landesinneren fahren sollen. Küste=warm, Landesinnere=schöner und leer. Hmmmm.
cortadoErst mal fahren wir bis San Clemente in der Mancha, ein kleiner, unbedeutender Ort, der aber trotzdem mit einem sehr hübschen Rathaus aufwarten kann. Außerdem schmeckt der cortado im einzigen geöffneten Café sehr 😊. Der hiesige Stellplatz ist praktisch und eben. Leider belästigen nachts irgendwelche Ärsche unsere Nachtruhe, sie donnern mit ihrer Karre her ganz nah an unser Fahrzeug, haben irre laut ihre Musik laufen und schreien sich dann noch eine Weile an. Danke auch dafür. Schwachköpfe. Das ist übrigens ein großer Nachteil an gewissen Plätzen, die zwar total prima zum Übernachten sind. Sobald sie aber der Dorfjugend als Spiel- und Raserplatz dienen können, ist man ausgeliefert. Nicht nur in Spanien. In Nürtingen zum Beispiel gibt es auch immer wieder so Vollpfosten, die auf dem Kies ihre Bremsparties mit ihren Karren veranstalten. Nun gut….
Am nächsten Morgen entscheiden wir uns dann doch für die Küste und fahren bis nördlich von Valencia, nach Onda. Diese Strecke kennen wir bereits von Valencia aus. Sehr schön, abwechslungsreich, die Mandelblüte beginnt, herrlich.
OndaDie letzten Kilometer nach Onda, eine Gerade von der Autobahn weg gibt es nur, nur, nur Keramikfabriken und -läden. Das ist ja unglaublich. So viele Keramikfirmen auf einem Haufen haben wir noch nie gesehen. Sind wir wohl in der Gegend der Tonminerale und Porzellanerden gelandet. Und wir sind in einem Ort mit einer alten muslimischen Festung/Burgruine gelandet. Zufälllig natürlich, weil wir bei solchen Heimfahrten (je nach Zeit etc.) erst mal geeignete Stellplätze heraussuchen. Aber das war ja bisher alles top. Klar, Córdoba, das weiß man. Aber das nette, kleine San Clemente und das toll in einer breiten Schneise von Hügeln umgebene Onda, Stadt der hundert Türme, sind uns also einfach so über den Weg gelaufen. 
Vervollständigt wird diese bunte Mischung durch ein Plätzchen, wo man nur stehen kann, keine Versorgung hat, dafür aber Ruhe (außer ein bisschen Zug und Autobahn, was uns nicht stört) und wo es sehr guten Cava gibt. Diese Info haben wir aber schon zuvor unserer Stellplatz-App entnommen. Und wunderbar, hier sind keine Hunde erlaubt. Das heißt, ein garantiert kläfffreier Abend samt Nacht. Wir lassen uns die verschiedenen Cava des kleinen Familienbetriebes erklären, so wir die schnell plappernde, sympathische und lustige Tochter des Seniors verstehen. Und packen das eine oder andere Fläschchen ein 😁. 
SchafeZur Kaffeezeit kommt der Schäfer mit seiner Herde vorbei. Die futtern sich erst zwischen den Weinreben durch, bis sie dann den Trolli belagern und rund um unser Autole fressen und schmatzen, was das Zeug hält. Und vor allem unter dem Auto scheint es so leckeres Gras zu geben, dass das eine oder andere Schaf tatsächlich nahezu drunter krabbelt und sich, als es weitergeht und fast alle schon weg sind, volle Kanne den Kopf anhaut beim Herausziehen. Autsch. 
Am Morgen noch ein Einkauf für die Fahrt, der letzte Besuch beim in Spanien überall stationierten und sehr beliebten Mercadona-Einkaufsmarkt. Dann geht es auf die AP, also die Mautautobahn, um Barcelona herum bietet sich das an, auch wenn sie gestopft voll ist. Aber andere Wege sind viel länger und kreiseliger. Und kurz nach der Stadt wird es auch schon wieder angenehmer. Wir verabschieden uns etwas unwillig von Spanien 😥. 
Für unseren ersten Halt in Frankreich haben wir uns einen Campingplatz kurz vor Beziers ausgesucht. Dann können wir in Ruhe und ausgiebig duschen. Die Zufahrt ist dann etwas eigenwillig bzw. unser Navi schickt uns ein schmales einspuriges Sträßchen, vielmehr einen Feldweg entlang. Prompt müssen entgegenkommende Fahrzeuge halb in die Böschung oder irgendwelche notdürftigen Ausweichstellen fahren. Aber wir kommen heil an.  Ein sehr kleiner und recht leerer Platz. Alles ziemlich schlicht, aber ausreichend und vor allem bollenheiße Duschen 👍🏼. Im Ort wird am canal du midi Boule gespielt, im kleinen Hafen liegen viele Boote, es gibt noch einen Bäcker und kleinen Einkaufsmarkt. Und auch hier verbringen wir eine ruhige Nacht. 
Weiter geht’s in Richtung Lyon. Wir müssen ein bisschen vorwärts kommen. Das Wetter soll Anfang der Woche deutlich schlechter werden und es soll wieder schneien, bis dahin wollen wir unsere Strecke bis Baden-Württemberg geschafft haben. Und wir fahren inzwischen, wenn nicht absolut notwendig, selten noch über 400/450 km am Tag, am liebsten um die 300-350 km, ohne Stress. Heute aber mal etwas mehr. So landen wir nordöstlich hinter Lyon in Bourg-en-Bresse auf einem großen Parkplatz. Leer und ruhig mit Ver-/Entsorgung und ums Eck ein Casino Supermarkt. Prima. Claudi kauft noch ein wenig ein, vergisst dabei, die Äpfel zu wiegen. Die französische Kassiererin ist ausnehmend freundlich. Claudi entschuldigt sich. Ach was, kein Problem, ich mach das geschwind, gar kein Ding. Dazu sei anzumerken, dass wir ja nicht per se die größten Freunde der Franzosen sind, schwärm, schwärm, wie es viele tun. Aber zur Zeit, im direkten Vergleich mit den Spaniern, fällt auf, dass die Franzosen höflicher und weniger ruppig sind. Vielleicht gerade zufällig so. Wir beobachten das weiter 😀. 
Unterwegs haben wir auch wieder einige Gelbwesten gesehen, bei Beziers am Ankunftstag noch viele Gelbis am Kreisverkehr mit dem üblichen Feuer und Barrikaden. Am nächsten Tag bei Abfahrt könnten wir dann sehen, wie der Platz geräumt wird. Bestimmt 15 Polizisten. Keine gelbe Weste mehr zu sehen. Ein Bagger, der die verbliebenen sperrigen Hölzer etc. beseitigt. Und bei den weiteren Kreisverkehren fällt uns auf, dass die Freundlichkeit einer, naja, wir wissen es ja nicht genau, aber wahrscheinlich oder womöglich Resignation und einigem Frust, gewichen ist. Wir werden nicht mehr begrüßt. Auf unser Winken reagiert niemand. Ganz anders als vor zwei Monaten. 
Am Abend in Bourg fährt das hinter uns stehende, leicht abgewrackte Wohnmobil (war bei unserer Ankunft bereits da) zur Entsorgung, stellt sich dann wieder hin und lässt seinen Motor laufen. Und laufen und laufen, bis es uns nach zwanzig Minuten zu doof ist. Der alte Dieselkarren ist sehr laut. Claudi geht hin und klopft. Es öffnet. In der Tür steht ein junger Kerl, total eingepackt und mit russischer Pelzmütze auf dem Kopf. Der Herd ist an und in der Hand halten wir, hm, wohl einen Joint. Äh, entschuldige die Störung, aber wie lange läuft Dein Motor noch? Also, kein Problem, aber wenn länger, stellen wir uns etwas weiter weg, weil es stört. Nein, nein, nur noch ein bisschen, muss die Batterie aufladen. Ok, wie lange noch, eine Stunde? Nein, nein, nur ein paar Minuten, alles ok. Ah ja, also dann, danke und alles ok, schönen Abend noch. Und tatsächlich, der total verspult wirkende junge Franzose macht wenige Minuten später seine Karre aus. Wahrscheinlich arschkalt da drin. Wenn wir es richtig mitbekommen haben, wurde er erst am Abend abgesetzt und muss irgendwie Wärme ins Fahrzeug bekommen für die Nacht. Ob oder wie er grundsätzlich heizt, wissen wir nicht. Jedenfalls eine lustige Begegnung. 
Wir schlafen wieder ruhig und prima. Unser Nachbar wird früh um halb sechs abgeholt,  bestimmt halb durchgefroren….
Heute fahren wir mal wieder ohne Mautautobahn, also route nationale (RN oder N) oder Department-Straßen (D). So geht es also, anfangs im Regen, dann aber immer mehr der Sonne zu, querfeldein Richtung Besançon und Belfort in’s Elsass. Das Wetter ist kühl, kurz vor dem Ziel entscheiden wir uns um und fahren in den Nachbarort, dort gibt es etwas mehr als nur drei Straßen. Wir hoffen auf ein gemütliches Café 😀. Der Stellplatz bzw. die Plätze befinden sich auf einem Großparkplatz. Der ist heute am Samstag recht leer. Wir stellen uns etwas abseits bei einem kleinen Baustellenzaun hin, da sind wir gut aufgeräumt. Im Ort gibt es dann ein hübsches, kleines Café, in dem aber erst auf dem Rückweg ein Tischchen frei wird, das wir gleich belegen, um gemütlich dort zu verweilen. 
Claudi macht nach Rückkehr im Trolli doch noch einen kleinen Spaziergang, viel laufen soll sie ja laut Arzt nicht. Doof, weil man ja trotzdem genug isst und sich wenig bewegt. Was passiert also? Genau…. deshalb wenigstens noch ein paar Schritte. Aber nach drei Abbiegungen bleibt sie bei der Kirche hängen, der Organist probt, der Pfarrer betritt die Kirche, schwups hinterher, alles noch leer. In die hintere Bank sitzen und ein bisschen lauschen, weg von allem, ganz arg schön. Auch wenn dieser Organist nicht an unseren Favoriten vor einigen Jahren in Avignon herankommt.
Ansonsten ist alles ruhig hier. Aber nur bis nachts um drei. Wir wachen auf, weil neben unserem Fahrzeug lautes Geplapper und Gequake zu hören ist. Ein Traum? Nein, leider nicht. Da steht ein Reisebus und gerade treffen die Teilnehmer dieses Ausflugs ein und quatschen sich die Seele aus dem Leib, bis es endlich losgeht. Boah, das ist echt schade und natürlich einfach Pech. Bei Claudi ist kaum mehr an Schlaf zu denken, Martin geht es etwas besser. Am Morgen dann füllt sich der Parkplatz ab ca. halb acht immer mehr und bis wir unsere sieben Sachen gerichtet haben, ist er fast voll. Schon bis wir zur Entsorgung fahren, stoßen drei Pkw in die durch uns gerissene Lücke. Also weiter mit uns. Heute könnte das Fahren etwas ungemütlich werden. Das nächste Tief und Windböen sind angesagt. Schon auf der französischen Autobahn A35 wird heftigster Wind angeschrieben, auf der A8 dann ab Karlsruhe schaukelt es uns schon einige Male richtig durch, Martin hält das Lenkrad feste fest. Wir kommen aber, auch weil wir uns dann südlich des Tiefs bewegen, gut behalten an. Die kommende Woche ist bereits ganz gut verplant. Montags schon länger geplante Besorgung und Kaffeeverabredung mit früherem Kollegenpaar/guten Freunden, dienstags Enkel besuchen und bleiben, mittwochs Enkel Samuel hüten, Zahnarzt und bleiben, donnerstags gute, alte Freunde treffen, freitags über die Alb fahren, um am Samstag gemütlich den Rest nach München heim zu tuckern. Tja, so schnell kann es gehen, wir wollten erst in zwei Monaten zurück sein. Aber nun reparieren wir uns und brechen dann hoffentlich im Sommer topfit wieder zu neuen oder auch alten Zielen auf.
Weil wir hängen geblieben sind bis zur ‚erzwungenen‘ Umkehr, gibt es auch heute keine extra Bilder. Hoffentlich verzeiht Ihr uns….bis bald…..wir hören gerne von Euch….liebe Grüße 👋🏻