Endgültig keine Touristen mehr…

bessarab-IMG_5371Bei einer unserer Stadterkundungen schlendern wir durch ein schönes Wohngebiet mit alten, herrschaftlichen Häusern am Hügel. Wieder unten in der Stadt besuchen wir den bessarabischen Platz mit der Markthalle. Obst, Gemüse, Nüsse, alles türmt sich an den Ständen, die Marktfrauen preisen ihre Ware an. Sieht fantastisch aus.
Nahe dem Zentrum halten wir an Schaufenstern, in denen Martin interessante Karikaturen entdeckt. Wo sind wir? Ein Blick auf die Lettern oben über dem Eingang sagt uns, dass das die ukrainische Pressagentur ist.

Toll gezeichnet, Fidel’s Trauer über die ablaufende Sanduhr seiner Revolution verstehen wir auch ohne Sprachkenntnisse. Manch anderes auch, manches wiederum ist schwer zu verstehen, wenn man den Dialog nicht übersetzen kann. Wir betreten das Gebäude und wollen wissen, ob es die Karikaturen womöglich als Postkarten oder in einem Büchlein gesammelt gibt. Der Pförtner versteht noch unsere Begrüßung, dann nichts mehr. Er bittet eine Kollegin hinzu. Auch die versteht uns nicht, holt aber eine junge Kollegin, die etwas englisch spricht. Diese fragt verwundert, ob wir uns akkreditieren lassen wollen. Wir lachen, nein, nein, wir haben Fragen zu den Karrikaturen in den Fenstern. Achso, ja, sie versteht. Weil sie aber nicht Bescheid weiß, wird ein dritter Kollege per Telefon hinzugezogen. Der kommt auch eilig die Treppe herunter und fragt nach unserem Begehr. Nein, leider gibt es keine Sammlung dieser Karikaturen, aber er kann uns die Facebook-Seite des Zeichners geben, dort könnten wir auch noch viel mehr sehen. Dann überlegt er noch kurz und entscheidet sich, uns in den Raum, wo noch einige mehr hängen, mitzunehmen. Der schaut nach Pressekonferenzraum aus. Wir dürfen die Bilder anschauen, auch fotografieren. Beim ein oder anderen, das sich uns nicht erschließt, versucht er, mit seinem spärlichen englisch, etwas zu übersetzen. Es sind viele Putin- und Kirchen-kritische Karikaturen darunter. Er ist sehr vorsichtig und zurückhaltend, wenn wir etwas fragen. Aber wir dürfen alles in Ruhe anschauen. Wir wollen die Zeit der beiden (die erste Frau hat uns auch begleitet) nicht zu sehr strapazieren und gehen. Wir bedanken uns mehrfach, weil wir wirklich begeistert sind, dass man sich so um unser Anliegen gekümmert hat und einfach von der Arbeit weggedüst ist, nur weil da zwei Touri-Knaller irgendwelche Fragen haben. Krass und toll. Und wenige Minuten später haben wir tatsächlich schon die Facebook-Seite eines der Zeichner gesandt bekommen, klasse. Einige Tage später stellt Maxim, so heißt der Journalist, der sich um uns gekümmert hat, Martin eine Freundschaftsanfrage per Facebook. Das Interesse an Kontakt ist, wie wir merken, groß, leider ist der Austausch immer recht schwierig.

Richtung Dnepr liegend, besuchen wir noch den Bogen der Völkerfreundschaft, eines der wenigen Dinge, an die sich Claudi von ihrem Besuch in Kiew bei einer Schülerreise 1990, erinnert. Ein schönes Areal, mit Treppen zum sitzen und vielen kleinen Ständen mit Touristenartikeln, Essen und Getränken. Als wir ein Bild mit Martin und dem Bogen machen, kommentiert das hinter uns sitzende Paar das freundlich. Sie spricht etwas deutsch. Die Treppen bereits hinabgestiegen, fällt Claudi ein, dass man ja schon wissen möchte, woher die beiden kommen, wenn schon mal jemand deutsch spricht. Wir tippen auf Polen. Die Frage ergibt dann, dass die beiden aus Israel kommen und eine zehntägige Kiew-Reise machen. Es entspinnt sich eine interessante Unterhaltung. Die beiden finden es auch sehr schade, dass so wenig Besucher nur noch in die Ukraine kommen. Dass die Menschen in Deutschland, wie wir annehmen, einfach Angst haben und zur Zeit nicht in dieses Land reisen wollen, können sie gar nicht nachvollziehen. Naja, die beiden haben den Krieg oft genug vor der Haustür. Dann fragen sie neugierig, vielmehr sie fragt – ihr Mann ist sehr zurückhaltend, geradezu kritisch, er spricht hebräisch und sie raunzt ihn sogar an, er solle gefälligst englisch sprechen – wie das denn mit den vielen Flüchtlingen in Deutschland funktioniert. Dass das doch nicht gut gehen kann, die vielen Araber, die sich das Land unter den Nagel reißen. So kann man das sinngemäß zusammenfassen. Natürlich geht das nicht ohne Probleme, aber wir sind doch erstaunt, wie negativ die beiden das sehen, sie sind geradezu infiltriert von einer Araber-Phobie, um nicht Hass zu sagen. Klar, die beiden haben ‚ihre‘ Erfahrungen als Israeli. Dass die Flüchtlinge nur Schlechtes im Kopf haben und nichts tun, müssen wir dann doch deutlich zurückweisen. Ganz erstaunt nimmt der Mann zur Kenntnis, dass sich viele integrieren wollen, dass sie deutsch lernen wollen, dass sie arbeiten wollen, dass es oft zu wenig Unterricht gibt, dass der Wille zur Integration durchaus da ist, wenn auch nicht bei allen, logo. Wirklich?? Er ist sichtlich erstaunt. Araber sind in seinen Augen nur schlecht, das hört man deutlich. Wir können dazu insofern nichts sagen, weil wir nicht die Erfahrungen der beiden haben. Als Beispiel schildern sie uns, dass die arabischen Frauen in Tel Aviv, wo die beiden herkommen, früher ohne Gesichtsverschleierung herumgelaufen sind. Inzwischen gibt es nur noch voll verschleierte Frauen, weil sie von den radikalen Arabern dazu genötigt werden. Das macht Ihnen natürlich Angst. Nun, wie es sich bei in uns in Deutschland entwickelt, wissen wir alle nicht, die beiden gehen ganz klar von einer Infiltrierung der Islamisten aus und dass diese Deutschland zu einem islamischen Staat umwandeln wollen. Vielleicht tauschen wir uns wieder aus, wenn wir die Einladung der beiden nach Tel Aviv wahrnehmen? Wer weiß, jedenfalls verabschieden wir uns trotz teilweise recht unterschiedlicher Standpunkte sehr herzlich voneinander und tauschen Email Adressen aus.

Auf einer unserer Heimfahrten mit der Metro kommt es fast zu einer Prügelei. Zwei junge Frauen bequatschen ständig einen neben ihnen sitzenden Mann um die vierzig, der recht ungepflegt und verwirrt aussieht. Wir verstehen den Dialog natürlich nicht und können nur mutmaßen, ob er hätte Platz machen sollen oder oder oder. Jedenfalls kann die eine der beiden, sie steht schräg vor ihm, es nicht lassen, ihn dauernd weiter anzuquatschen, es wirkt sehr aggressiv. Eine Frau gegenüber bietet dem Mann ihren Platz an, um die Spannung herauszunehmen, das möchte er aber nicht. Die Stehende wiederum reißt ihm Blätter aus seinen Zeitschriften, es kommt zu einem heftigen Handgemenge, ein anderer junger Mann geht dazwischen und staucht den ‚Verwahrlosten‘ zusammen. Der antwortet zitternd und verschüchtert. Die stehende Lady kann es aber immer nich nicht lassen, weiter händefuchtelnd auf den Kerl einzureden, eine beknackte Situation. Als die beiden Frauen für den nächsten Halt bereits zur Tür gehen, riecht Claudi deren enorme Alkoholfahne. Sie knutschen sich, geradezu Protest herausfordernd, wild ab. Die Türen öffnen sich, da springt der Kerl, mit dem sie Stress hatten, auf und tritt die ‚Aggressorin‘ regelrecht aus der Bahn. Sie stürzt, ihr Handy fällt zu Boden, sie rappelt sich auf und will wutentbrannt auf den Typ losgehen. Claudi und die Freundin halten sie zurück und schieben sie vorsichtig aus der Bahn, deren Türen nun sowieso schließen. Uff, das war knapp, also es gab eh schon Ärger, aber fast wäre es richtig ausgeartet….das haben wir in München beim dauernden S-Bahn-Fahren nicht erlebt….
Und heute hält unser Bus wieder einmal nicht an unserer Haltestelle. Das scheint auch mal wieder eine Anforderungshaltestelle zu sein. In den meisten Bussen gibt es aber keine Stop-Knöpfe. Nach dem zweiten Nichthalt wie heute lernen wir dazu und stellen uns zur Schaffnerin oder zum Busfahrer, so dass wir es, wie an einem anderen Tag, sogar mit Hilfe des halben Busses, der nach vorne ruft, dass die nächste Haltestelle angefahren werden soll, besser hinbekommen.

 

Schardone und Sovinjon

Schardone und Sovinjon

Neben unserer Lieblings-Bäckerei, wo wir den besten Espresso trinken, finden wir ein georgisches Restaurant, in dem wir prima essen. Ohnehin können wir uns nicht beschweren. Klar, weil wir dauernd in der Stadt sind, kommt das selbst kochen zu kurz, aber wir finden einfach auch immer gute, ob schönere oder total einfache, Leckereien. Sehr gut gefällt uns übrigens, dass die Ukrainer Fremdworte immer transskribieren (sagt man das so?), Da wird also der Chardonnay zum Schardone, der business lunch zum bisness lantsch, genial, immer wieder finden wir in der Stadt oder unterwegs Neues.
Das bisschen Gemüse, das wir für ein Vesper oder eine Suppe brauchen, kaufen wir bei den meist älteren Frauen an den Haltestellen und Unterführungen. Die Sachen sehen meist prima aus und sind aus dem eigenen Garten. Aber es ist schon krass: die in ihren ollen Schluppen und abgetragenen Kleidungsstücken und, die Alten, mit Kopftuch, schleppen tagaus, tagein mühsam ihre Ware in die Stadt bzw. zu den Umstiegszentren, um sich ein paar Hrivna hinzuzuverdienen, die ihnen wahrscheinlich das Überleben sichern. Es gibt Unzählige dieser Verkäuferinnen und andere, denen man ihre Armut ansieht. Gleichzeitig düsen in Kiew auffallend viele Porsche Cayenne oder andere, meist immer alle Scheiben verdunkelt, SUV durch die Stadt. Die Unterschiede hier kommen uns extremer vor.

Im letzen Bericht haben wir über ein Mahnmal für die vielen Toten der Katastrophe von Tschernobyl berichtet. Hier eine Ergänzung: trotz der vielen Opfer scheinen die Ukrainer weniger ängstlich als wir Deutsche zu sein. Es gibt doch tatsächlich 1-7 Bustouren täglich in das Sperrgebiet und bis hin zum havarierten Reaktor. Asterix würde sagen, die spinnen, die Ukrainer. In den Fotos findet er Ihr nun auch eines des Mahnmales, ist uns beim letzten Laden durchgerutscht….

platzknib-IMG_5402Wir verlassen Kiew, unseren lauschigen Platz… Wegen der frisch aufgeheizten Krise haben wir nun doch Bedenken, nach Charkiv zu fahren, das auf unserer Route stand. Auch unser Platzwart und einer seiner Kollegen, bekleidet im Kampfanzug, raten uns von einem Besuch Charkiv’s ab, zu unsicher. Wir lesen auch noch einen Artikel im Ukraineforum, der vor einem möglichen Angriff aus Russland in den den nächsten Wochen warnt. Nachdem der Artikel vom ehemaligen Sprecher des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags in Facebook gepostet wurde, schenken wir dem Autor Glauben.
Aus Kiew herauszukommen bzw. es zu umfahren, ist schlimmer, als der Verkehr in Marrakesch. Hinzu kommt noch ein ordentlicher Stau an einer der Brücken über den Dnepr. Wir haben Zeit, unser heutiges Ziel liegt nur gut 100 km entfernt. Nahe dem Städtchen Perejaslaw-Chmelnyzky fahren wir durch den Wald an den Dnepr. Der Parkplatz auf dem wir noch vor dem Fluss halten wollen, liegt just gegenüber von einem großen Ferienheim. Schaut nach Kindern begüterter Eltern aus, den Fahrzeugen nach zu urteilen, die ab und an hier ankommen und noch Taschen etc. abliefern. Bewacht werden die Kinder von Männern in Kampfmontur, die uns kritisch beäugen und mehrfach um unser Fahrzeug laufen. Aber sie wollen sonst nichts von uns. Können wir hier wirklich auch über Nacht stehen bleiben? Wir stören niemanden, aber wer weiß….. Wir beobachten weiter die Lage, spazieren zwischendurch an den Fluss, wo es einen hübschen kleinen Strand gibt. Leider lädt das algenbeladene und schlierige Wasser am Rand nicht zum Baden ein. Eindeutig Krätzegefahr. Etwas weiter ein kleiner See, Natur pur, Seerosen, Piepmätze, Frösche, sonst nichts, herrlich.
Immer wenn die Jugendlichen das Areal in Gruppen per Rad oder zu Fuß verlassen, postiert sich einer der Wächter breitschultrig neben dem Tor. Es sieht aus, als ob man die jungen Leute bzw. Kinder am Abhauen hindern müsste. Diese Prozedur wiederholt sich mehrfach. Von uns will immer noch niemand etwas wissen. Gegen Abend dröhnt ab und zu laute Musik herüber und neben uns im Wald ist die Raucherecke, die regelmäßig besucht wird. Gelegentlich steht dort ein junger Kerl, der tapfer mit seiner Okulele gegen die Donnermusik hält. Die Musik wird lauter, hört sich nach Discoabend an. Finden wir sonst natürlich total grässlich, aber irgendwie ist es hier witzig. Schon, dass wir uns auf unserer Mapsme Karte just diesen Flecken herausgesucht haben, nichtsahnend, dass hier überhaupt jemand sein könnte…. und nun diese lustige Abwechslung um uns herum. Wir haben unsere Fenster und Türen geöffnet, abends kommt ein Kerl vorbei, klopft hektisch an’s Auto und möchte Plastikflaschen haben, wir haben nur gefüllte, bevor wir ihm etwas bieten können, ist er schon wieder weg.
Also können wir weiterkochen und dabei auf Lollipop lollipop u-la-li-lo-li-lo-li lollipop lollipop….mittanzen.
Um neun Uhr, es ist inzwischen dunkel, klopft es an der offenen Tür. Eine Frau mit Melone im Arm steht davor und fragt, was wir hier tun (sie spricht ordentlich englisch). Naja, was tun wir hier, wir denken schon, jetzt ist der Aufenthalt vorbei. Also wir reisen durch die Ukraine, übernachten heute nur hier und sind morgen wieder weg. Nein, nein, wir stören überhaupt nicht. Sie will nur wissen, wie es kommt, dass wir hier sind. Wir sind willkommen, ob alles in Ordnung bei uns ist und wenn wir irgendein Problem haben, sollen wir zu den Wächtern am Tor, dort hilft man uns. Ups, wie krass. So nett wurden wir frei stehend ja noch nie begrüßt, klasse. Also nochmal, wenn etwas ist, hier sind wir gut aufgehoben und wir sollen uns melden, wenn wir etwas brauchen. Wir sind total glücklich ob dieser freundlichen Einladung und beschließen, am nächsten Tag noch zu bleiben. Mit dem Rad besuchen wir das Freilichtmuseum zur Geschichte der ukrainischen Besiedlung der letzten 2000 Jahre. Sehr schön gemacht, leider verstehen wir wie immer so gut wie nichts. Trotzdem gefällt uns das weitläufige, natürliche und gepflegte Gelände mit den vielen alten Häusern und Kirchen. Wir radeln noch in die Stadt, die nun gar nichts hergibt, eben eine ukrainische Kleinstadt ist, futtern dort etwas und radeln dann im leichten Regen heim.

Trollisuchbild Kaniv am Dnepr

Trollisuchbild Kaniv am Dnepr

Nicht weit geht es auch am nächsten Tag, nach Kaniv auf der anderen Dnepr-Seite. Der ukrainische Nationaldichter, der die moderne ukrainische Sprache im 19. Jh. begründete, Taras Schewtschenko liegt hier begraben. Ein schöner Park am Fuß des Hügels, von wo Taras als Denkmal, wie er es sich noch zu Lebzeiten wünschte, über den Dnepr blickt. Der Park unten und oben sind schön angelegt, auch sehr gepflegt, aber leider gehen Gebäude, wie das Toilettenhäuschen, bereits wieder kaputt. Hier ist nichts los. Ein paar einheimische Touristen besuchen ihren Dichter, Busse werden ausgeladen, aber wenige Menschen sind unterwegs, mehr oder weniger ist hier doch tote Hose und das in den Ferien! Schade….. naja, wir haben dafür auch auf unserem Parkplatz nachts absolute Ruhe.
Über Krementschuk, es gibt nur Felder und Wälder und Wiesen, ab und an eine Sammlung weniger Häuser, Dorf genannt, geht es nach Poltava. Unterwegs sehen wir viele verblühte Sonnenblumen, wieder diese endlosen Felder. Ab und an sehen wir Felder, die sehr nach Versuchsfeldern aussehen. Müssen wir uns mal schlau machen, wäre bei uns sicher nicht erlaubt, aber hier….wer Sightseeing nach Tschernobyl macht, testet auch Gen-Pflanzen? Außer der in großen Teilen sehr üblen Straßen gibt es keine Attraktion. So kämpfen wir uns also über 300 km Richtung Osten. Unterwegs kaufen wir noch bei zwei Bäuerinnen am Straßenrand ein paar Kartoffeln. Ein schwieriges Unterfangen, da die beiden absolut nicht verstehen, dass wir nicht den ganzen Eimer wollen, das ist viel zu viel, sondern nur einige wenige. Dann, als wir abzählen, verstehen sie, dass wir weniger möchten. Immerhin die Pflaumen kaufen wir wie angeboten, die Paprika, nach denen Martin munter greift, gibt es aber nicht einzeln.

Trollisuchbild Poltawa

Trollisuchbild Poltawa

Nach vergeblicher Suche nach einem Parkplatz bei einem Hotel oder Restaurant am Rand der Stadt (in echt erweisen die sich auf der Karte ausgesuchten Plätze als nicht tauglich) fahren wir auf den bewachten LKW-Parkplatz südlich von Poltava. Es dauert etwas länger, bis wir klären können, dass wir erst einmal 24 h bleiben und bezahlen. Es ist warm und schwül, wir laufen ein paar hundert Meter an der staubigen und löchrigen Durchfahrtstraße entlang, bis wir dort viele kleine Häuschen, naja, eher Kioske finden, wo es alles Mögliche gibt. Dort sitzen wir hin, ruhen aus, trinken ein Bier (das gibt’s am Kiosk) und essen leckere Pelmeni, eine Art Tortellini, bei einer sympathischen Wirtin. Auch hier ist es natürlich laut und staubig, aber irgendwie witzig. Nicht witzig sind allerdings die vielen Mannschaftswagen mit jungen Soldaten, die hier vorbeifahren und gen Osten transportiert werden, und sie winken… Luftlinie zur Front sind es ca. 250 km. Wegen des wieder eskalierten Konfliktes dieser Tage wurde Mobilmachung für die Ostukraine angeordnet. Dieser Anblick bestärkt uns, nicht auch noch nach Charkiv zu reisen. Am nächsten Tag besuchen wir den Ort zu Fuß, ein weiter Weg in der Hitze, freuen uns dann dort an den schönen Häuserzeilen, hübschen Cafés und Restaurants, den Kirchen und Kathedralen und Parks und dem friedlich wirkenden Eindruck, den die Stadt uns trotz allem vermittelt. So ein Parkplatz ist nicht das Schönste, also fahren wir am nächsten Tag weiter, nachdem wir noch, den gibt es auch hier, zu McD spaziert sind, um unseren Bericht hochzuladen. Mit Bildern natürlich, bis bald.

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