Sendepause vorbei

Kneipenterrasse Rincón

Kneipenterrasse Rincón

In Rincón erreicht uns durch das Skandinavientief ein ordentlicher Wettersturz, es ist kühl und ausgesprochen windig. Die ersten Stühle fliegen über den Stellplatz, wir räumen alles auf bzw. befestigen es gut.  Und dann hat auch noch unsere Morgenkneipe für eine Woche geschlossen, Drama. Wir weichen auf die Nachbarkneipe aus, deren Ambiente gar nicht und der Kaffee nicht ganz so gut, aber natürlich genießbar sind.  Mit dem Bus fahren wir nach Málaga. Im Viertel des Bioladens, den wir aufsuchen, ist gerade Stromausfall, ein witziger Einkauf mit der Taschenlampe des iPhones, die Betreiber, andere Kunden und wir nehmen es mit viel Humor und haben regelrecht Spaß miteinander.

Das Ganze zieht sich, weil die Chefin nun ja keine Kasse bedienen kann und mit jedem Produkt wieder zum Regal läuft und mit Lämpchen den Preis abliest. Ansonsten gefällt uns vor allem die Markthalle mit einer herrlichen Auswahl. Wir finden dort auch die unglaublich guten Oliven, die wir in Rincón zum Wein bekommen, El Secreto de la Abuela, fantastisch. garnelemalagaUm die Mittagszeit bereiten einige der Stände an den Sitz- und Stehgelegenheiten vor der Halle kleine Leckereien wie Garnelenspiesse, russischen Salat usw. zu. Wir nehmen es vorweg, da schlagen wir im Verlauf der Tage gleich zweimal zu. Bei unserem zweiten Besuch schauen wir die Sonderausstellung im Museum Carmen Thyssen an, ausgestellt werden Werbeplakate des 20. Jahrhunderts, z.B. für Musikveranstaltungen, Ausstellungen oder auch Produkte. Gefällt uns gut, ist übersichtlich genug und erschlägt uns nicht. Schließlich radeln wir einmal von Rincón nach Málaga, es gibt einen durchgängigen Radweg, sind knapp 20 km, Teile davon durch frühere Eisenbahntunnel, die toll zu Fuß- und Radweg umfunktioniert wurden.  Einzig an der Küste nach Málaga hinein wird es etwas schwierig, weil wir an vielen Kneipen vorbeiradeln müssen und somit Acht geben, kein Personal oder Besucher umzudonnern….
fischrinconFür unsere Einkäufe laufen oder radeln wir in den 5 km entfernten Ort und haben schnell unseren Fischhändler und Gemüseladen ausgeschaut.
Und, Überraschung, wieder einmal geht unsere Außentreppe kaputt. Nach Defekt an der linken Halterung für die Treppe in Marokko, Riss an der Treppe selbst in Apulien ist jetzt die rechte Halterung gerissen. Treppe nutzen definitiv lebensgefährlich. Himmelarschundzwirn. Wir müssen die Treppe also wieder komplett abmontieren und schauen, wie wir das repariert bekommen. Fernando, der Inhaber, bekommt das natürlich mit und schlägt gleich zu mit seiner Hilfsbereitschaft. Unglaublich. Also, lasst mich mal schauen…er schlägt vor, es nicht, wie seinerzeit in Marokko, schweißen zu lassen, sondern neue Halterungen aus Eisen anfertigen zu lassen, schwerer, klar, aber hebt (wie wir Schwaben sagen) und nimmt das in die Hand. Von mittags um 12 bis abends um 19 Uhr (am selben Tag!) haben wir zwei maß- und handgefertigte neue Halterungen in der Hand. Wir sollen die morgen ausprobieren, falls man noch nacharbeiten muss. Der Handwerker aus dem Dorf, den wir vom Sehen bereits kennen, steht schüchtern abseits und wartet unsere Entscheidung ab. Man, klasse, wir sind begeistert, die Dinger passen bestimmt und ups, es soll nur 5 EUR kosten. Das finden wir zu günstig, hat Fernando auch schon geregelt und mit 10.- EUR bereits beglichen. Der ist unglaublich, der Kerl. Wenn es irgendetwas zu richten, zu machen, zu organisieren gibt, er ist dabei. Hat den Stellplatz super im Griff und ist wohl auch nur glücklich, wenn er was zum Organisieren hat. Das kann er halt auch.
Auch unsere Nachbarn sind sehr hilfsbereit. Beim Abschrauben der Treppe kommt Manfred gleich zu uns herüber und will helfen. Dieses Mal ist es schwieriger, weil an dem abzuschraubenden Teil auch noch u.a. die Gasleitung befestigt ist, Vorsicht also. Die Schraube ist gebrochen, wir müssen sägen. Manfred langt gleich zu, wir müssen ihn bremsen, an der Sägestelle sind noch andere Kabelverbindungen. Die Verständigung ist nicht ganz einfach, Manfred (und seine Frau Christl) sind gehörlos, wir müssen also Fuchteln, weil wir uns beim Arbeiten nicht immer ansehen können zum Lippen ablesen. Gemeinsam gelingt uns schließlich der Abbau, wir bedanken uns herzlich. Die beiden sind mutig. Wenn wir bedenken, was viele von (WoMo-)Reisen in andere Länder abhält, Sprache, Sitten etc., dann Hut ab vor den beiden, die sich ja nur eingeschränkt verständigen können. Manfred wurde zwar das Sprechen beigebracht, es ist anstrengend, ihm zuzuhören, außerdem kann er ’nur‘ deutsch. Trotzdem fahren die beiden dieser Tage noch nach Marokko und beißen sich durch, das finden wir bewundernswert. Und herzlich sind sie beide. Vor wenigen Tagen haben wir unseren Wäscheständer ausgeliehen, Christl hat sich dafür mit einem faustgroßen gestrickten und ausgestopften Herz zum Aufhängen bedankt. In den wenigen Tagen, die wir uns gesehen und ein wenig unterhalten haben, haben wir uns richtig lieb gewonnen.
Dann treffen wir auf dem Platz noch unsere Nachbarn aus Silves, Portugal. Eine ca. 50-jährige Frau mit ihrer Mutter. Damals fragten sie uns, wie wir unsere Tomatenpampe zubereiten. Seither, wie wir jetzt hören, köcheln sie sich das ständig für pan con tomate.

Marbella Garten

Marbella Garten

Etwas früher als geplant sind wir in Marbella. Peter ist gerade in Deutschland, Ute lädt uns natürlich ins Häuschen ein. Wir parken den Trolli erst mal um’s Eck und schleppen das Nötigste in unser Zimmer. Ute bekocht uns sensationell gut, wir werden schwer verwöhnt und haben eine gemütliche Woche. Außer, oh Schreck, gleich am ersten Nachmittag kommt der vor einigen Monaten zugelaufene Straßenkater Carlito sehr derangiert nach Hause. Dicke, lange Schleimfäden kommen aus dem Mäulchen, der Kerl ist vollkommen apathisch. Das gefällt uns gar nicht, er ist wie in Trance, unter dem Maul Richtung Hals sieht das Fell wie weggeätzt aus, alles ist rot, oh je. Wir wollen ihn schließlich in die Notfallklinik bringen. Vom letzten Arztbesuch wissen wir, dass er das gar nicht mag und dann ganz wild wird und nicht zu halten ist. In Abstimmung mit Peter in Deutschland überlegen wir, wie wir das Kerlchen nun in den Transportkäfig bekommen. Da er beim letzten Mal mit Peter, dem Fänger, länger böse war, macht Claudi das, damit er nun nicht mit Ute beleidigt ist. Pullover an, Handschuhe an (Katzenhaarallergie, Kratzer jucken da besonders), Handtücher zum Einpacken bereit, intensive Vorbereitung, und dann steht Carlito auf und sitzt neben den Käfig, so dass Ute ihn problemlos reinsetzen kann. Viel Überlegen umsonst, aber besser so als wild geworden. Demnach geht es ihm aber auch sauschlecht. Ab in die Klinik. Vier Tage muss er dort bleiben und bekommt Infusionen, zum Abholen ordentlich Beruhigungsmittel, weil die Pfleger keine Chance haben, ihn in den Transportkäfig zu verfrachten. Zu Hause angekommen, wird er langsam wach und torkelt benommen durchs Wohnzimmer, sich erst einmal orientierend. Dann erholt er sich aber gut und schnell. Vermutet wird, dass Carli Pinienprozessionsspinnern in die Quere gekommen ist.
Peter kommt aus Deutschland zurück und wenige Tage später fliegt Martin nach Stuttgart. Er hat zwei ‚Verabredungen‘, das fünfzigjährige Konfirmationsjubiläum und ein Treffen mit (ehemaligen) Allianzern, die er alle lange schon kennt aus alten Zeiten.
Nun haben Ute, Peter und Claudi ebenso eine gemütliche Woche. Claudi geht morgens immer eine Stunde am Paseo spazieren, die passende Cafebar auf dem Rückweg ist schnell gefunden. Am Tag von Martin’s Rückflug wundert sich Claudi über die Abflugzeiten, die online angegeben werden. Dann stellt sich nach Martin’s Anruf heraus, dass doch tatsächlich sein Flieger in Stuttgart erst vier Stunden später geht. Fluglotsenstreik in Frankreich. Air Berlin hat das offenbar, obwohl bekannt, nicht gut eingeplant, andere Gesellschaften haben nicht solche Probleme. In Spanien beginnen Ute und Claudi wie wild nach anderen Verbindungen zu suchen und geben Martin immer wieder Bescheid. Denn, so wie es aussieht, verpasst er dann definitiv seinen Anschluss auf Palma de Mallorca. Es geht aufgeregt hin und her. Mit anderen Flügen sieht es schlecht aus, die Semana Santa beginnt, da ist alles ausgebucht. In Stuttgart versichert Air Berlin, dass der Anschluss erreicht werde. Das kann zu der Uhrzeit gar nicht mehr sein. Martin sitzt inzwischen aber schon im Flieger und ist gefangen. Naja, irgendwie muss er ja überhaupt erst mal loskommen. Wiederum online sieht Claudi, dass die Palma-Maschine schon lange vor Martin’s Landung weg ist.

Flugplan Martin

Flugplan Martin

Das sieht nicht gut aus. In Palma herrscht dann das pure Chaos. Hunderte von Passagieren können nicht weiterfliegen. Auch die Palma-Urlauber selbst kommen gar nicht weg. Air Berlin hat einen Schalter mit einem Computer, der das Chaos regeln soll. Meine Güte! Martin wartet schließlich vier Stunden bis nachts um 22.30 Uhr, bis er an der Reihe ist und schickt dann seine Verbindung für den nächsten Tag bzw. eine whatsapp : „Ich komme über Afrika nach Málaga 16.00 Uhr“.  Claudi denkt, das sei ein Scherz… Ah ja, interessant: Palma-Madrid-Melilla (Marokko!)-Málaga (ursprünglich Stuttgart-Palma-Jerez de la Frontera). Wahnsinn, und das soll klappen? Vollkommen kaputt und mit Kreuzweh vom stundenlangen Herumstehen kommt Martin schließlich ins Hotel in Palma. Immerhin, er hat ein Zimmer bekommen. Außerdem wenigstens gute Gesellschaft, in dem Chaos tauscht man sich mit seinen Leidensgenossen aus und vertreibt sich mit Galgenhumor die Zeit. Und für die Taxifahrt zum Hotel und wieder zum Flughafen hat er sich schon mit einer jungen (hübschen?) Spanierin zusammengetan.  Bei den Tumulten vor dem Schalter wäre es fast zweimal ausgeartet und zu Handgreiflichkeiten gekommen. Claudi ist in Marbella recht unruhig, ob das denn dann alles klappt und Martin nicht wieder irgendwo hängen bleibt. Es klappt, dank Air Europa und Iberia, die Anschlüsse funktionieren einwandfrei, Martin meldet regelmäßig sein Boarding und seine Ankünfte und bekommt jedes Mal 10 Punkte per whatsapp, hoffentlich erreicht er die 30! Nach dem Start in Melilla kann Claudi nach Málaga düsen und ihn abholen. Gerade in der Empfangshalle angekommen, läutet das Telefon. Martin: ich habe da ein Problem, mein Gepäck ist nicht da, kannst Du kommen und helfen? Ups, das ist jetzt aber Kacke und als Abholer kommt man da ja nicht rein. Hm, was machen wir, diskutier, diskutier, dann rufts ins Handy: oh, warte, da vorne sehe ich was. ankunftmalagaEs ist da!! Und zwar war es schon früher da als er. Ist von Palma durchgereist und wartete und wurde erst aufs Band gebracht, als das herkömmliche Gepäck bereits vom Band war. Das hätte nun aber auch noch gefehlt. Ende gut, alles gut. Ganz erschöpft kommt Martin raus, jetzt gibt es erst mal ein Vesperbrot, das Claudi mitgebracht hat und etwas zu trinken.
Nun sind wir also wieder zu viert und genießen die Tage in Marbella. Martin geht nun morgens mit spazieren, gemeinsam kümmern wir uns um Carlito, Ute verwöhnt uns nach wie vor mit ihren Kochkünsten. An Ostern können wir direkt vom Garten der Anlage, in der Ute und Peter wohnen, den Umzug beobachten, Logenplätze.
Die Tage plätschern so dahin. Für Ute und Peter geht es bald schon wieder nach Deutschland. Da der Katersitter keine Zeit hat, übernehmen wir den 14-tägigen ‚Dienst‘ und verlängern unseren Aufenthalt. Das passt auch für Carli gut, der teilweise noch fremdelige und ängstliche frühere Straßenkater hat sich gut mit uns angefreundet. Und wir wissen Bescheid, was Carli wie mag. Das Kerlchen hat nämlich aus seinem früheren Leben schlechte Erfahrungen mitgenommen, auf bestimmte Dinge reagiert er extrem ängstlich. Außerdem hat er nur noch einen einzigen Zahn, kann also lange nicht alles fressen und Mäuschen fangen und verspeisen geht gar nicht.

Gruß von Carlito

Gruß von Carlito

Es scheint, als wäre er sehr misshandelt worden, samt, so der Tierarzt, Tritten ins Gesicht. Wir füttern, bürsten und spielen also fleißig mit unserem Mitbewohner. Der im übrigen, was die Schmusestunden und das gelegentliche Warten an der Tür, wenn man nach Hause kommt, angeht, eher an einen Hund erinnert, weshalb er irgendwann von uns allen den neuen Spitznamen Fräulein Hutze erhält.
Das Wetter ist gemischt, für deutsche Reisende aber natürlich nach wie vor prima.
Gleich am zweiten Tag nach Ute’s und Peter’s Abreise machen wir Erfahrung mit den spanischen Hausbaukünsten und Handwerkern. Schon vor einigen Wochen stand das Wasser im Außengulli vor der Küche, ist so in etwa Höhe Erdgeschoss. Da kamen Reiniger und haben das geputzt. Trotzdem roch es immer wieder von unten, wo wir hausen. Dort befindet sich eine Art Sammelgrube für alle Abläufe aus dem unteren Bad-WC. Weil die Gulliarbeiten nicht die Lösung waren, kamen vor einigen Tagen wieder die von der Hausverwaltung geschickten Allesreparierer und haben die Grube angeschaut und abgeschöpft. Lecker…und trotzdem war der immer wiederkehrende Gestank nicht weg. Auch nicht der sehr merkwürdige Lärm der dortigen Pumpe. Als Claudi an besagtem zweiten Tag morgens duscht und den Vorhang öffnet, fällt sie fast um vor Gestank. Oh scheiße, stinkendes Wasser läuft aus der Grube im Flur herum, Mahlzeit. Schnell alles mögliche drauf geworfen, damit kein Schaden entsteht in den angrenzenden Räumen. Ok, jetzt muss aber definitiv mal ein Fachmann her. Schnell in Deutschland bei Ute nach Telefonnummer der Hausverwaltung gefragt, niemanden erreicht, Mail geschickt, Ute ebenso. Wir hören nichts. Erneuter Anruf, die Dame, die das regelt, hat frei und unsere Nachrichten noch gar nicht gelesen. Wir schildern ihr die Dringlichkeit des Problems, sie ist sehr kurz angebunden, weil ohnehin schon angepisst ob der letzten Wochen. Ja nun, wenn in der Bude was nicht stimmt, muss man es halt richten, vor allem, wenn man so schrottig baut. Schließlich ruft eine Tante von der Versicherung an und kündigt einen Handwerker an. Wir warten und warten, abends zwischen 18 und 19 Uhr kommt der Klempner, aber vonwegen mit groß Werkzeug oder so. Der ist nur zur Bestandsaufnahme da, wie wir erkennen und meint, da muss richtig geputzt und gepumpt werden, evtl. auch die Pumpe repariert werden. Und wann bitte? Das Wasser stand heute schon rum im Flur… naja, es ist Freitag, meint er. Dann wird Claudi doch ziemlich stinkig und beginnt eine heftige Meckertirade, dass es so jetzt aber nicht funktioniert, er geht aus dem Haus und das wars, nix bis Montag warten. Boah, stinkesauer, mehrfach betonend, er sei natürlich nicht persönlich gemeint. Eine Telefonnummer der Versicherung, um dort Druck zu machen, rückt er nicht heraus und windet sich und windet sich, wahrscheinlich weil er genau weiß, dass da heute keine Sau mehr kommt und ist dann irgendwann weg. Ok, unten nicht mehr duschen, Klo gehen etc., das können wir einrichten. Trotzdem sollte der Missstand schleunigst behoben werden. Abends kurz vor 23 Uhr erhält Claudi über Ute eine Nachricht mit einer Telefonnummer. Wer, wie, wo, erfahren wir vom Absender, der Hausverwaltungstante, alle nicht. Es ist spät, also rufen wir am Samstagmorgen an und fragen mal, wer das ist und ob er/sie/es hilft. Tatsächlich weiß der Kerl am anderen Ende Bescheid und kündigt sich für den Nachmittag an. Er stellt sich als Chef der Allesreparierer heraus. Er und sein Hiwi machen sich nun über die Grube her, putzen von Hand nochmals aus, lassen mehrfach volllaufen, um zu sehen, ob die Pumpe korrekt arbeitet. Und erklären, wie man diese Konstruktion behandeln und pflegen muss. Das hört sich sehr nach Vorwurf an, Claudi stellt klar, dass im Mietvertrag des Hauses von der Grube keine und von dem Umgang damit schon gar keine Rede ist, die Existenz bis vor kurzem nicht einmal bekannt war, also mal halblang. Ok, wir bekommen das friedlich hin und lassen uns die Technik etc. erklären. Und was ist mit dem angekündigten Spezialisten, fragen wir noch. Schulterzucken, keiner weiß vom anderen. Mit viel Lüften bekommen wir den Gestank auch wieder einigermaßen aus dem Haus. Am Montag dann klingelt um die Mittagszeit das Telefon (also das spanische Festnetz im Haus). Nun ist der am Freitag oder wann auch immer beauftragte Spezialist dran. Wir erläutern ihm, was bis Samstag alles lief und dass schon jemand da war. Er besteht darauf vorbeizukommen, ja klar, gerne, wir sind da. Zum Glück kennen wir uns inzwischen Dank Ute und Peter einigermaßen aus, auch den einen oder anderen Straßennamen, sonst hätten wir ihm den Weg nämlich nicht beschreiben können. grubeEine halbe Stunde später steht der Monsterlaster von der gewerblichen Reinigung Pepe Nuñez vor der Tür. Die beiden Jungs sind entsetzt über die bisher stattgefundenen Pfuscharbeiten und machen das jetzt mal richtig. Großes Rohr durch die Haustür und über die Treppe runter in die Grube, dazu der Hochdruckwasserschlauch. Jetzt wird abgepumpt und intensiv gereinigt, soweit das bei der Anlage geht, um die sich seit Jahren nie jemand gekümmert hat. Die zwei sind sehr ordentlich, erklären nochmal einiges, schauen auch nochmals das Gulli vor der Haustür an und reinigen dort richtig. Steigen sogar beim Nachbarn über den Zaun und schauen sich dort die Kanäle an. Ist alles, so hören wir, keine glückliche Konstruktion. Zu kleine Grube, und schlechtes Gefälle grundsätzlich vom Haus weg (ist ja auch schwierig am Berg…räusper). Also, das Grundproblem war, dass der Schwimmer in der Grube, der das Öffnen des Abflusses und Pumpen auslöst über die Jahre total zugeschlonzt (wir zeigen an dieser Stelle keine Fotos…!) wurde. Kein Wunder bei der Konstruktion, vor allem, wenn man gar nicht weiß, dass es sie gibt und worauf man dann achten muss. Das richtige Grundproblem, so Peter nach Rückkehr, ist wohl, dass man in Spanien im sotano, also im Untergeschoss keinen Wohnraum haben darf. Also hat man dort in den Plänen seinerzeit wohl Kellerraum o.ä. angegeben, keine Abwasservorrichtung, weil man die ja nicht braucht. Dann aber eine Dusche und Klo eingebaut und diese Grube samt Pumpe für den Scheißetransport. Cool. Wir kennen uns jetzt jedenfalls klasse mit der Konstruktion aus und haben zum Glück derzeit auch kein Problem mehr damit und können nach Deutschland Vollzug der Reparaturarbeiten melden.
Kurz nach Ute’s und Peter’s Rückkehr hat Claudi Geburtstag. Außerdem steht noch der Ausflug auf den La Concha, Marbella’s Hausberg, den Peter und Claudi zusammen unternehmen wollen, aus. Ist bereits zweimal ins Wasser bzw. die Wolken gefallen.
concha
Der Ausflug wird klasse, prima Wetter, anstrengend, aber herrlich mit Rundumblick auf Meer, Berge und Stauseen. Dann sind wir natürlich noch bis zum Geburtstag da, an dem wir auswärts lecker und ausgiebig frühstücken. Das Café einer Reutlingerin hat es uns ohnehin schon angetan. Viel Selbstgemachtes, gute Zutaten, prima Kaffee, leckere Smoothies. Einzig die Sonne lässt uns leider im Stich. Trotzdem können wir draußen sitzen, alles gut oder tudo bem (Portugiesisch), wie wir alle vier uns seit Wochen zu sagen angewöhnt haben. Unsere schönen Tage hier gehen zu Ende, wir ‚müssen‘ mal wieder weiterziehen. Nach so vielen gemeinsamen Wochen fällt uns das schwer, es war schön, entspannend, lustig, gemütlich, lecker und vieles mehr. Claudi und Peter wissen nicht, mit wem sie jetzt ihre regelmäßigen und witzigen Gin-Tonic-Ausflüge auf die Terrasse der Bar vor dem mercado machen sollen, aber da muss die Vorfreude auf’s nächste Mal trösten.

Wir verabschieden uns innigst, natürlich auch von unserem neuen Freund Carlito, und Trolli freut sich, das wir ihn nicht ganz vergessen haben….ein dickes Dankeschön Euch, Ute und Peter, nochmals für Eure tolle Gastfreundschaft! 😘
Weil wir noch im Ruhemodus sind, sind wir nun nach drei Tagen erst bei Murcia gelandet. Auf Großstadtbesuch oder Besichtigungen, wie ursprünglich geplant, haben wir derzeit keine Lust, also tuckern wir mal gemütlich vor uns hin. Sodele, das war’s nach langer Sendepause von uns, bis bald….und heute mit weniger Bildern als üblich, dafür mehr im Bericht selbst.

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