Guter Winter an der Algarve besser als schlechter Sommer in Deutschland

Nun haben wir uns also in Alvor eingenistet. Das Wetter bleibt die kommenden Wochen nicht immer ganz so warm und trocken. Da unser derzeitiger Tagesablauf aber nicht von großen Ruhepausen geprägt ist, stört uns das nicht ganz so. alvormorgensClaudi geht morgens eine knappe Stunde spazieren, nach dem Frühstück erledigen wir den einen oder anderen Einkauf, der mit einem Espresso in einer der vielen Bars beendet wird. Wir gehen auch oft in das nette, kleine Lädchen am Ortseingang, weil wir unser Geld nicht immer im Supermarkt einer großen Kette liegen lassen wollen. Nachmittags schließlich entscheiden wir uns für einen der Spaziergänge auf den Holzstegen zwischen Meer und Hafeneinfahrt, die Martin in mini, klein, groß, XL und XLplus eingeteilt hat.

tres irmaosStatt auf den Stegen kann man auch schön gen Osten am Strand spazieren. Dann landet man bei den tres irmaos, den drei Brüdern, ähnlich den in Sizilien hingeworfenen Zyklopen. Durch die Felsen hindurch erschließt sich dann noch einige hundert Meter ein idyllisches Buchtgebiet, bei Sonne und blauem Himmel ist dies gemeinsam mit den gelbrotbraunen Felsen ein wunderschöner Blickfang.
Der Schneider darf zwei Hosen kürzen, das ist spottbillig. Für den Verschluss der Jackentasche, die er mit Klett versieht, weil ihm ein Druckknopf zu riskant ist (das mache ich nicht,  wenn etwas rausfällt, bin ich schuld….), will er gar kein Geld. Das wollen wiederum wir nicht, wir einigen uns auf einen 1.- EUR (das reicht mir für einen Kaffee…). Bei der bereits erwähnten Friseurin kommen wir durch unsere vielen Spaziergänge mindestens zweimal am Tag vorbei, und sie und wir lassen es uns nicht nehmen, immer zu grüßen. Wochenlang. Ebenso wochenlang grüßen wir die von Martin so getaufte Strickliesel, ein Brite, der seit 19 Jahren hier lebt und regelmäßig mit seinem Strickzeug vor den Kneipen sitzt, meist sind es Socken, die er strickt. Mit ihm und anderen unterhalten wir uns natürlich immer wieder. alvorregenbogenDas Leben für sie ist hier günstig, das Klima um Längen angenehmer als in GB. Aber die meisten von all den Auswanderern sitzen eindeutig zu oft und lang in der Kneipe… Mit den Einheimischen gelangen die Gespräche meist nicht sehr weit, weil diese oft sehr schlecht englisch sprechen, unser Spanisch zwar verstehen, aber die portugiesischen Antworten wir nicht 100-prozentig verstehen, da ergibt sich also kein philosophischer Tiefgang 😉 .
Per Rad und zu Fuß erkunden wir den Weg in’s ca. 6 km entfernte Portimão. Unser Besuch dort gilt hauptsächlich dem Bioladen, wo wir den einen oder anderen Vorrat auffüllen. Unser anstrengendster Ausflug ist die Küstenwanderung von Alvor nach Portimāo, wir werden aber mit herrlichen Ausblicken in teils gefährliche Abgründe belohnt. Claudi kommt an diesem Tag durch den zusätzlichen Morgenspaziergang auf 25 km Fußmarsch und ist vollkommen erledigt.
Interessant und pfiffig finden wir übrigens die Weihnachtsdekoration in Alvor. Ob Schneemann oder Ketten an Bäumen oder oder, alle Deko wird aus alten Plastikflaschen gebastelt. Das scheint nicht einfach aus Spaß zu sein. Insgesamt achtet Alvor sehr auf den Müll bzw. die Sauberkeit. Im Ort gibt es viele sogenannte Inseln der Ökologie, dort wird Müll getrennt, für alle Einwohner immer auch gut zu Fuß erreichbar. Jeden Morgen beim Spaziergang trifft Claudi die Straßenkehrer, von denen die meisten freundlich grüßen. Auch das Reinigungsfahrzeug ist stets unterwegs. Einzig und leider die viele Hundekacka der Streuner und der Hunde, deren Ausführpersonal wurschtig ist, bekommen sie nicht so gut in den Griff.

A pro pos Briten-hier das Haustier eines Nachbarn auf dem Platz...

A pro pos Briten-hier das Haustier eines Nachbarn auf dem Platz…

Noch im Dezember lädt die Britin Debby, die auf dem Platz wohnt, zum Geburtstag ein. Einladen heißt, es gibt ein Buffet gegen einen kleinen Unkostenbeitrag. Wir kennen Debby überhaupt nicht, nur vom Sehen, wenn sie ab und zu Selbstgebackenes auf dem Platz herumlaufend verkauft. Wir erläutern ihr unser ‚Ernährungsproblem‘, kein Gluten, kein Fleisch etc., kein Problem, es gibt auch sowas bei ihr. Naja, wir wissen nicht, was tun, wollen aber nicht ablehnen und sagen deshalb zu. Zwei Tage drauf startet die Party. Viele hier kennen sich von den Vorjahren und sitzen in Gruppen beieinander. Einige aber auch pärchenweise an einem kleinen Tisch. So auch wir. Das Paar nebenan setzt sich um in die Sonne, auf dem Weg fragt er – erkennend, dass wir hier doof rumsitzen – ob wir nicht zu ihnen an den Tisch kommen wollen. Das tun wir kurzerhand, zum Glück. Wir haben dann nämlich einen total lustigen und unterhaltsamen Nachmittag mit Diane und David, beide kurz vor den 70, aber deutlich frischer daherkommend. Den beiden ging es wie uns, sie kennen Debby nicht, wollten aber nicht absagen. Der Ordnung halber muss noch gesagt werden, dass Diane und David auf dem Platz quasi neben uns stehen, man hier aber schön Luft und Abstand zwischen den Stellplätzen hat und die beiden bisher auch ’nur‘ gegrüßt haben, weil sie auch nicht immer alle und jeden anquatschen müssen, wie das bei Campern oft der Fall ist. Wie dem auch sei, das war eine sehr gute Idee von David. Wir sehen uns in diesen Tagen natürlich noch öfter, hocken aber deshalb nicht aufeinander, sondern quatschen hier und da ein Wort oder trinken mal einen Kaffee im Dorf, fertsch. Die beiden sind übrigens Waliser, keine Engländer, das ist Ihnen ganz wichtig. Mit den auch in der Nähe stehenden Schweizern Susanne und Ulrich unterhalten wir uns angeregt, trinken im Trolli mal einen Wein und schauen, ob wir uns unterwegs mal wiedersehen, das wäre prima.
fischSilvester dann wollen wir nicht auf dem Platz feiern, da wird sehr gut getrunken und es ist uns zu sehr für Alteingesessne, außerdem bollenlaut, weil die Musik in der Bar immer ordentlich aufgedreht wird. Wir sind bis kurz vor Mitternacht zu Hause, es gibt lecker Fisch, frisch morgens in der Markthalle geholt. Dann spazieren wir noch an den Hafen, man könnte meinen, der ganze Ort sei auf den Beinen, es ist rappelvoll. Einige betrunkene Briten, ansonsten aber freundlich ausgelassene Einheimische, die wie wir dem Feuerwerk zuschauen. Das gefällt uns gut hier, kein privates Geböller, kein Knaller, der neben einem hochgeht und einen zu Tode erschreckt. Private Knallerei scheint verboten, so ist das Ganze übersichtlich und ungefährlich. Klasse. Etwas abseits bei unseren Stegen entploppen wir unseren Bio-Sekt und stoßen in Ruhe an. Auf das nächste Reisekalenderjahr…
Zu Martin’s Geburtstag suchen wir uns ein ansprechendes Fischlokal aus, leider gibt es den von Martin sehnsüchtig erwarteten Tintenfisch nicht. Trotzdem schmeckt die Alternative prima und wir speisen in aller Ruhe und mit viel Genuss.
trolliwildodeceixeMitte Januar ist es dann so weit, wir ziehen weiter. Zuerst aber geht es ein kleines Stück in Richtung Nordwesten, wir wollen die Küste bei Odeceixe, die so schön sein soll, noch anschauen. Die Küste ist zwar ganz schön, dunkler als an der südlichen Algarve, aber die Ausblicke und Felsen unserer Küstenwanderung haben uns mehr beeindruckt. Wir stehen frei oberhalb der Küste auf einem menschenleeren Parkplatz. Am Nachmittag kommt noch ein britisches Wohnmobil. Allerdings wird das kurze Zeit später von der GNR  (Guarda Nacional Republicana) verjagt, allerdings freundlich, wie wir den Gesten entnehmen können. Wir stehen Luftlinie 30 Meter davon entfernt, etwas mehr am Rand, aber auf demselben Parkplatz. Von uns wollen die Polizisten nichts, sie fahren einfach weiter und ignorieren uns. Vielleicht hat sich da bewährt, in einer Stellplatz-App zu anderen Plätzen gelesen zu haben, dass es auf manchen Parkplätzen nicht geduldet wird, dass auch nur die Treppe des Wohnmobils ausgefahren ist, von Campen (also Stuhl vor der Tür o.ä.) gar keine Rede. Genau deshalb haben wir nämlich unsere Treppe immer gleich artig wieder eingefahren, sobald wir rein oder raus gestiegen waren. Merkwürdig, die Briten hatten nichts vor der Tür stehen, aber eben ihre Treppe ‚draußen‘. odeceixemorgensmartinTrotzdem warten wir geradezu drauf, dass die Jungs von der Polizei nochmal vorbeischauen und auch uns weiterschicken. Aber nach Einbruch der Dunkelheit ist uns aber klar, dass dem nicht so sein wird. So verbringen wir eine einsame und ruhige, allerdings ordentlich windige Nacht, an der Küste. Eine Erholung ersten Ranges gegen das vor allem abendliche, teils endlos dauernde Gekläffe der um den Campingplatz herum wohnenden Hunde. Und in der morgendlichen Frische unternehmen wir noch einen kleinen Küstenspaziergang.
Nun wollen wir, auch wenn wir dort bereits vor zwei Jahren waren, noch einen Abstecher an den südwestlichsten Zipfel des europäischen Festlandes, an’s Cabo de São Vicente machen. Nicht einmal das Café hat um diese Jahreszeit auf, der Andrang ist auch gering, wir hängen kurz die Nase in den südwestlichsten Wind Europas und stellen uns dann nur wenige km östlich in Sagres beim Fortaleza zum Übernachten ab.

Sagres' Küste morgens

Sagres‘ Küste morgens

Etwas neben dem gegenüber und fast überfüllten Camper-Parkplatz. Ein Spaziergang in den Ort entpuppt sich als nicht lohnenswert, dafür kann man auch hier etwas an der Küste entlang laufen. Am nächsten Morgen genießen wir den Sonnenaufgang und ‚erfreuen‘ uns an den längs hinter uns stehenden Franzosen, Vater und Sohn, die ungeniert vom Bordstein in die Wiese pinkeln.
Jetzt geht es gen Osten. An Alvor vorbei fahren wir nach Silves, einem hübschen, alten und einladenden Städtchen. Wie wir nun wissen, ist frei stehen in Portugal immer so eine Sache. Wir gehen deshalb auf den dortigen Stellplatz. Der ist tipptopp. Sehr sauber, sehr gut angelegt, prima Entsorgung. Und Waschmaschinen und Duschen gibt es sogar. Zu Fuß in den Ort vielleicht eine Viertelstunde, einwandfrei. Manche überwintern hier sogar. Der Platz kostet 5.- EUR pro Tag plus 3.- EUR für Strom (wir brauchen in den fünf Tagen, die wir dort sind, keinen). Duschen kostet 0,50 EUR, das sind wirklich gute Preise. Entsprechend voll ist der Platz, für die erste Nacht bekommen wir nur noch einen Notplatz, aber viele reisen auch nur durch, so dass wir gleich am nächsten Tag etwas von der Straße wegstehen können und finden, es gut getroffen zu haben. Beim ersten Morgenspaziergang findet Claudi gleich eine zwar nicht schöne, aber einheimische Bar, sprich keine Touristen, sondern nur die Morgensespressotrinker, wo der cafe prima schmeckt und dann auch noch nur 0,60 EUR kostet. silvesstoercheÜblich sind sonst zwischen 70 und selten mal 90 Cent. Und Störche gibt es in Silves wie Sand am Meer. Dagegen waren es sogar in Marokko wenige. Und das, obwohl in Marrakech nun wirklich auch viele Häuser mit einem Storchennest bestückt sind.
Auf dem weiteren Weg wollen wir in Albufeira und Tavira Halt machen. Der Platz in Albufeira ist ziemlich groß, aber vollgestopft mit Mobilen, uns wird sofort abgewunken. In Tavira, es ist zudem noch nass, finden wir den Platz, eine Mischung aus Stell- und Campingplatz, trotz einer Empfehlung total beknackt. Jeder steht, wo er mag, dadurch bleibt oft nicht ausreichend Platz für ein weiteres Fahrzeug. Zudem ist das Gelände sowas von krumm, das gefällt uns gar nicht. Wir können das natürlich gut ausgleichen, aber bevor wir wie abgestellt dort herumstehen, fahren wir weiter. So gelangen wir früher als grob geplant schon an die portugiesisch-spanische Grenze in Vila Real de Santo Antonio. Wir sind seit vielen Tagen ohne Strom und stehen demnächst in der Stadt, wo wir auch nicht extra Strom ziehen wollen, so tanken wir hier einen Tag Strom auf dem örtlichen Stellplatz (wir fahren auch nicht so weit, dass die Batterien komplett voll würden). Nicht schön, groß, auf einer Seite noch recht nett angelegt, auf der anderen, Kies-, Stein-, Tonscherbenstückchen als Untergrund. Kein Pflänzchen, nichts. Dafür ist er allemal zu teuer. Wir begnügen uns also mit dem Schlendern durch das Örtchen, einem längeren Spaziergang Richtung Leuchtturm und machen uns am kommenden Tag gleich wieder vom Acker.
Unser erster Halt in Spanien in Niebla, dessen alte Stadtmauer noch toll erhalten ist, erschreckt uns. Wir sind in der Markthalle und fallen vor Lärm fast in Ohnmacht. Wir kennen sie ja, die Spanier. Und die Portugiesen sind auch nicht die leisesten. Aber den Krach, den die wenigen Kundinnen und Verkäuferinnen machen, haut uns echt um. Ein Geschrei und Geschnatter zum Ohrenabfallen. Jetzt erst realisieren wir, dass die lauten Portugiesen bei weitem nicht so Krawallschachteln wie die Spanier sind. Wir nennen das grinsend einen Kulturschock. Trotzdem setzen wir unsere Fahrt gen Osten fort und steuern Sevilla an. sevillaabendsclaudiKlar sind wir auch im Zentrum östlich des Flusses Guadalquivir unterwegs, aber unser diesmaliger Aufenthalt konzentriert sich auf das westlich gelegene Viertel Triana. Da sind bei weitem weniger Touristen unterwegs. Die Bars sind mit Spaniern voll, tolle Stimmung, tolles Wetter. Wir genießen die Tage in einer unserer Lieblingsstädte.
Über Dos Hermanas südlich von Sevilla (dort suchen wir verzweifelt und vergeblich den im Internet ausgemachten Händler unserer fabelhaften, französischen Einmachgläser; wir brauchen noch ein paar kleinere…) geht’s nach Conil de la Frontera. Der erste Campingplatz, den wir ansteuern, gefällt uns nicht. Ewig haben wir im Netz und entsprechenden Apps geschaut. In echt war es der dann doch nicht. Wieder einmal und zum Glück schauen wir uns an, denken dasselbe und fahren ein paar Kilometer weiter auf den quasi auf dem Land gelegenen Platz Roche. Der ist ausreichend, nicht so voll, hat bollenheiße Duschen, sehr freundliches Personal und eine nette Bar. Wir überlegen tagelang, ob wir nun mal wieder den Trolli absetzen sollen, können uns aber nicht recht entschließen. conilwaldZum Spazierengehen ist es hier nicht ganz so toll, aber nach dem Weg über die Straße und an Häusern und Gemüsegärten vorbei kommt man in das schöne große Waldgebiet, das fast nur aus Pinien besteht. Und dort gibt es viele,  viele Wege. In den Ort kommen wir mit dem Radl, das dauert so ungefähr 20 Minuten. Da gibt es alles, was wir brauchen, auch einen kleinen, ganz gut bestückten Bioladen. Also wir kaufen nicht nur Bio, aber so Dinge wie Tahin, Tamari, Reismehl, Kokosfett etc. holen wir halt im Bioladen.

Kakao-Haselnuss-Aufstrich mit Kakao und Ahornsirup aus dem Bioladen

Kakao-Haselnuss-Aufstrich mit Kakao und Ahornsirup aus dem Bioladen

Nach einigen Tagen begegnen uns aber leider auf den Spaziergängen öfters Hunde, die, in dem Moment noch fern des Besitzers, mal mit und mal ohne Gebell auf uns zurasen. Nun hat Martin gelegentlich etwas Angst vor Hunden, vor allem, wenn man ihnen ihre Absichten so gar nicht entnehmen kann. Selbst Claudi, die mit Hunden groß geworden ist, kann die Viecher nicht immer eindeutig als friedlich einschätzen. Einmal sind es drei, zwei kleine, die bellen und ein großer, der knurrt. Die können wir mit heftigem Geschimpfe, denn sie wollen uns nicht in Ruhe lassen, verjagen. Das andere mal auch drei, wieder zwei klein-mittlere, die wie verrückt bellen und ein großer, der zwar nicht knurrt, aber böse schaut. Weit und breit niemand, der die hertrabenden und bellenden Tiere zurückpfeift. Wir bleiben ruhig und fordern die Kerle zum Abmarsch auf, sie umkreisen uns eng, bis endlich die Besitzer aus dem Wald kommen und überhaupt nicht verstehen, warum wir das nicht so toll finden. Martin schimpft auf deutsch. Eine der jungen Frauen schüttelt den Kopf, was wir denn hätten. Claudi versucht zu erklären. Dass man nicht weiß, was passiert, wenn drei fremde Hunde bellend auf einen zurasen. Sie antwortet, die täten doch nichts. Claudi meint, dass man das aber nicht wisse unter diesen Umständen und dann auch nicht, wie sie reagieren, wenn sie die Unsicherheit spüren. Sie wisse es. Ja, aber wir nicht. Stimmt, sagt sie, da hast Du recht und entschuldigt sich doch glatt zweimal. Trotzdem fühlen wir uns nach einigen solchen Ereignissen nicht mehr wirklich wohl. Wir gehen mindestens zweimal am Tag (Claudi eigentlich immer dreimal) spazieren und wollen nicht an jeder Ecke Angst haben müssen, dass wieder Hunde ’nur spielen‘ wollen. Nur am Rande erwähnt werden soll noch der Gänserich, der vor seiner Einfahrt steht, offenbar seine Gänsegattin meint verteidigen zu müssen, beim Vorbeilaufen wild schnattert, dann den Hals senkrecht nach vorne steckt und zum Angriff übergeht. Nichts wie weg und laut geschimpft, um dem Federvieh irgendwie Einhalt zu gebieten. Deshalb fahren wir sozusagen leider früher weiter. Immerhin war unser Instinkt wohl richtig, Trolli nicht abzusetzen, hätte sich nicht wirklich gelohnt. Die Plätze entlang der Küste Richtung Tarifa locken uns nicht so sehr, außerdem ist es dort noch windiger als schon in Conil. Also landen wir bei Marbella. Wir müssen kurz zum Arzt, kennen einen guten vom vorletzten Jahr, halten in Sabinillas auf einem Parkplatz direkt am Meer, man kennt sich ja aus, und können gleich für den Abend einen Termin ausmachen. Obwohl der letzte Besuch zwei Jahre her ist, erinnern sich Arzthelferin und Arzt gleich an uns, wir fühlen uns gut aufgehoben. Ist auch nichts Schlimmes, danach schnabulieren wir im Ort noch etwas und fahren dann nach einem kleinen Morgenspaziergang entlang der Küste (hier kann man meist so toll an der Küste entlang spazieren, ob frei oder auf dem Paseo mit vielen Bars) weiter. Unser Marbella-Besuch bei Ute und Peter ist für Anfang März geplant, da stören wir jetzt nicht und tuckern bis kurz hinter Málaga nach Rincón de la Victoria. Da gibt es einen mittelgroßen Stellplatz, so für 30 Mobile, eine Dusche, keine Toiletten, nur eine kalte Spüle, aber das reicht uns. Die Betreiber sind sehr hilfsbereit und engagiert, in ca. 6 Minuten sind wir am Strand und können dort kilometerlang Richtung Ort laufen. rinconbarPrima, hier bleiben wir erst einmal einige Tage, dann können wir auch endlich einmal Málaga besuchen, wo wir noch immer nicht waren. Und die Bar/das Restaurant gleich am Spazierbeginn bzw. -ende vor dem Weg zum Platz öffnet um 8 Uhr morgens und hat, juhu, den leckeren Delta-Kaffee, der uns schon in Portugal immer am besten geschmeckt hat. Wie viele Espresso es nun werden, berichten wir beim nächsten Mal. Viel Spaß beim Bilder schauen, bis bald.