In’s Winternest

St. Jean de Luz

St. Jean de Luz

Schönes Wetter begleitet uns die ganzen ersten Tage in Urrugne. Claudi dreht nachmittags im beheizten Schwimmbad immer ein paar Runden. Unsere Einkäufe können wir zu Fuß erledigen, in der Nähe sind ein großer Supermarkt und ein toll sortierter Bioladen, dessen Stammkunden wir nach wenigen Tagen sind.

Urrugne selbst ist sehr klein, unsere Ausflüge zum Markt und mehr machen wir deshalb mit dem Fahrrad ins nahe gelegene St. Jean de Luz. Schnell haben wir eine Stammkneipe, wo wir Kaffee oder ein Gläschen Wein trinken. Außerdem sind wir auf der Suche nach einem Küchengerät und klappern die Läden in St. Jean ab. Leider kann bzw. will man uns das Gerät, obwohl die Marke geführt wird, in zwei Läden nicht bestellen. Wir erhalten eine recht unfreundliche Ablehnung. Im dritten Laden treffen wir dann auf eine total freundliche Chefin, die sofort den Katalog unterm Ladentisch hervorholt und mit uns blättert. Es bräuchte voraussichtlich zwei bis drei Wochen, wenn wir das Gerät bestellen. Das ist uns etwas zu lange. Aber die Chefin ruft im Partnerladen in ? an und fragt, ob es dort ein Gerät vorrätig gibt. Gibt es, eine Nummer größer als wir wollen, und sie fährt wegen einer Villeroy und Boch Vorführung am kommenden Freitag (es ist Samstag) dorthin und könnte das Gerät mitbringen. Wir überlegen kurz und entschließen uns dann, das freundliche Angebot anzunehmen. Immerhin muss sie das schwere Gerät auf der Busfahrt mitschleppen…und weil sie sieht, dass wir mit dem Fahrrad unterwegs sind, bietet sie uns gleich noch an, uns das Gerät dann heimzufahren. Heidenei, das ist freundlich!
Also verweilen wir noch einige Tage, das Wetter wird etwas durchwachsener, aber immer noch akzeptabel. Dann ereignen sich die Anschläge
von Paris. Unser irischer Nachbar fragt uns am nächsten Morgen, was denn passiert sei. Er hat nur eine Meldung von Freunden zu Hause bekommen, oh je, was denn da in Frankreich los sei. Hat aber kein TV und kein Internet, weiß also nicht Bescheid. Auch bei ihm, vielleicht wie bei uns, weil wir gerade in Frankreich sind, Betroffenheit. Es hört sich komisch an, aber wir fühlen uns den Franzosen verbundener, weil wir dort zu Gast sind. Wir können das schwer beschreiben. Wir unterhalten uns noch über dies und jenes, auch das Thema Flüchtlinge, das in diesem Zusammenhang genannt wird. Der Ire David mit seinem heftigen Akzent ist schwer zu verstehen. Schließlich meint er lachend zu Claudi, dass ihr Englisch auf jeden Fall besser sei als seines. Wenn er in Kanada bei den Verwandten seiner Frau weilt, fragen die immer, oh je, wo kommt der denn her…ein humoriges Kerlchen.
Endlich können wir dann unsere Küchenmaschine abholen. Wir fahren mit dem Bus nach St. Jean, wir wollen die Freundlichkeit der Küchenladenchefin nicht überstrapazieren. Als kleines Dankeschön für ihre Mühe bringen wir ihr eine Rose mit, oh je, sie ist ganz überwältigt. Für mich? Wirklich? Oh nein, das gibt aber bissous und schwupp ist sie um ihren Verkaufstisch, umarmt uns und busselt uns ab. Nun dürfen wir das Trumm zum Bus schleppen, der endlos verspätet kommt, so spät, dass wir schon wieder froh sind, dass er überhaupt noch kommt. Der liefert uns direkt vor dem Campingplatz ab. Um das Gerät unterzubringen, müssen wir im Trolli ein wenig umräumen, kriegen das aber nach längerem hin und her und vor und hintre ganz gut hin.
Es geht weiter, eigentlich. Aber der Trolli springt nicht an. Och ne, ist ja beknackt, wir versuchen und versuchen, er will nicht. Wir sehen uns schon den französischen ADAC bestellen und das Autole richten. Wir gönnen ihm eine Pause, und dann klappt es glücklicherweise doch noch. Uff, gut so. An der Grenze zu Spanien, die auch die péage Station ist, sind von den vielen Spuren nur zwei geöffnet. Und die sind dicke mit Polizei bewacht. Klar, erst vorgestern waren die Anschläge von Paris, Ausnahmezustand in Frankreich, und auch auf der spanischen Seite mehr Polizeipräsenz und Kameraüberwachung der nach Frankreich führenden Fahrspuren. Wir dürfen aber ohne Kontrolle weiterfahren. Ist trotzdem ein ziemlich komisches Gefühl…
Sonne und blauer Himmel begleiten uns auf der Fahrt durch das hügelige Baskenland und entlang der kantabrischen Küste bis zum asturischen Teil der Picos de Europa. Dank einer früheren Autobahnausfahrt erwischen wir die Anfahrt durch das Tal, wo wir die Picos schon bewundern können. Eine tolle und faszinierende Landschaft. Ein kleines, nettes und gepflegtes Plätzchen mit Kaminfeuer im Restaurant und leckeren selbst gemachten Papas ali-oli samt köstlicher Knoblauchmayo empfangen uns. Allerdings ist es sehr kühl und feucht und nichts für den geplanten mehrtägigen Aufenthalt. Aber eine kleine Wanderung in die Bergwelt unternehmen wir. Die ist recht anstrengend, weil es eigentlich nur bergauf geht und das mit geschätzten oder gefühlten 10% Steigung, puuhhh. Wunderschön dann nicht ganz oben, aber doch auf der Anhöhe der Ausblick zu einigen der vielen Picos. Diese Gegend muss man unbedingt mal ausgiebiger im Herbst, wenn es noch nicht so kühl wird, besuchen.
nebelAuf dem weiteren Weg Richtung Portugal muss Trolli schwer arbeiten. Die Autobahn durch die Berge Richtung Süden macht ordentlich Höhenmeter, dies jedoch bei wunderbarem Sonnenschein. Ups, als wir dann aber nach ca. 1200 Meter Höhe wieder leicht abwärts in die kastilische Hocheben fahren, ist da nur noch Nebel. Aber richtig Nebel, wir müssen die Geschwindigkeit drosseln, man sieht wirklich nicht mehr viel. Und nun haben wir plötzlich nur noch sieben Grad, igitt. Trotzdem bleiben wir bei unserem Entschluss, auf dem Weg, in León, der Provinzhauptstadt, vorbeizuschauen. Aber die liegt immer noch auf knapp 800 Meter, es bleibt entsprechend kühl, nur der Nebel ist in und um die Stadt natürlich nicht mehr so dicht. Zum Trost gehen wir in eine offenbar vor allem von Einheimischen besuchte Tapas-Bar und trösten uns ausgiebig mit denselben und leckerem Rotwein. Auf dem Rückweg zum Stellplatz merken wir, dass wir unsere Einkaufstasche (unsere in Danzig erworbene Stofftasche, oh je oh je, die darf keinesfalls wegkommen) mit den guten (und teuren) Bioladenprodukten haben liegen lassen. Kacke. Claudi düst zurück, es ist ein ganzes Stück. Na prima, die Kneipe hat bereits geschlossen, Türen zu, Lichter aus. Poch poch poch, sie hämmert gegen die Tür, und tatsächlich wird sie von einem der aufräumenden Kellner gehört. Ist unsere blaue Tasche noch da? Blaue Tasche?? Nööö…..aber er fragt seinen Kollegen, das ist der, der uns bedient hat und juhu, der steuert zielstrebig auf die Bank zu, wo er sie, zweimal verknotet, abgelegt hat. Tausend Dank, strahlt Claudi, er klopft ihr auf die Schulter und sagt, hombre, ist doch gar kein Ding, hier kommt nichts weg, hombre. Schönen Tag noch. Heisa, der ist jetzt gerettet nach Rettung der Tasche samt Einkauf.
Am nächsten Morgen, wie sollte es anders sein, ist es wieder neblig. León ist nicht so attraktiv, dass es uns bei diesem Wetter halten könnte, also weiter. Viel Nebel und viel Höhe bis Portugal. Als wir die spanische Hochebene endgültig verlassen, sehen wir vor uns in Nebel gehüllte Täler, das sieht stark aus, weißer Neger Wumbaba…
An der portugiesischen Grenze dann steht irgendetwas von Maut. Wir haben keine Ahnung, haben uns nicht erkundigt, und vor zwei Jahren fuhren wir nur Landstraße.
Nun ja, dort, wo es dran steht, fahren wir auf die neben der Autobahn führende Spur. Wir müssen ein Ticket ziehen, dort steht unser Kennzeichen drauf, und die Maut wird elektronisch abgebucht. Na das ist ja prima und stressfrei. Gilt vier Wochen lang. Das reicht, um in den Süden zu kommen.
Erster Halt in Portugal ist dann einige Kilometer nördlich von Porto. Ein vor allem von Dauercampern belegter Platz, deren Wohnwagen sich aber bereits im Winterschlaf befinden. Zwei Querstraßen sind es zum Meer. Dort kann man kilometerweit in beide Richtungen auf erst kürzlich errichteten Holzstegen spazieren, wunderbar. Das nutzen wir regelmäßig. Der Besuch von Porto ist dann etwas, naja, sagen wir unpraktisch. Da wir Freunde des öffentlichen Verkehrs sind, möchten wir mit selbigem oder zu Fuß an  unsere Ziele kommen, nicht mit dem Taxi. Die Metrostation ist weit vom Platz entfernt, wir laufen schwitzend ca. vier Kilometer dorthin. So anstrengend war ein Stadtbesuch noch nie…und dann buchen wir zwar die Fahrten auf das von der Rezeption ausgehändigte Ticket, blicken aber nicht, dass wir am Bahnsteig und nicht in der Bahn entwerten müssen. Claudi stellt sich an die Tür, um das beim nächsten Halt gleich nachzuholen, aber die Bahn fährt durch die nächsten Bahnhöfe einfach durch. Ah, wir sind im Expresszug gelandet, was natürlich super ist, aber länger dauert, um endlich nach 6 Stationen unser Ticket entwerten zu können. Wir scheinen doch einen unbewussten Drang zum Schwarzfahren zu haben, Frankreich, Polen, Portugal…. 😉
Porto hat es uns nicht angetan, ist ganz nett, aber nicht unser Ding. Die alte Markthalle, in der viele Stände um die Jahreszeit gar nicht mehr belegt sind, ist mächtig in die Jahre gekommen, man könnte es auch heruntergekommen nennen. Wird leider schon lange nicht mehr gepflegt. Ansonsten geht es lissabonähnlich nur rauf und runter, das halt auf kleinerer Fläche. Wir suchen uns ein hübsches Mittagsrestaurant, essen dort ganz ok, leider aber lauwarm bis kalt, was wir dann auch freundlich beanstanden. Oft oder meist passiert dann ja gar nichts. Hier werden wir ernst genommen, es gibt einen gratis Nachtisch (den wir gar nicht wollen, da aber nun durch müssen), und der Küchenchef kommt noch raus und entschuldigt sich. Das finden wir super und würden alleine deshalb wieder dort hingehen. Ein Blickfang der Stadt ist auf jeden Fall noch der Bahnhof, die Vorhalle ist schön mit Bildern aus azulejos, Kacheln, geschmückt. Das wars für uns mit Porto, müssen wir nicht nochmal hin, vielleicht haben wir auch nicht so recht Lust auf Stadt, wer weiß. Unseren Einkauf vom Campingplatz aus wollen wir im nahe gelegenen Einkaufszentrum erledigen. Claudi radelt über die schrecklich huppeligen Pflasterstraßen dorthin, um dann festzustellen, dass es nur Krampf gibt. Schuhe, Klamotten, Schuhe, Schmuck, Klamotten, Schuhe, Sportsachen, Schuhe. Eine Fressecke, sonst nichts, kein Obst, kein Gemüse, keinen Supermarkt, nada. So ein großes, hässliches Einkaufszentrum mit nur Schrott. Also kaufen wir am Platz ein, dessen kleiner Laden wirklich gut sortiert und vergleichsweise günstig ist. Das scheint auch der Dorfladen zu sein. Von der Straße kommen Einheimische her und kaufen hier ein. Der nächste Laden ist ein gutes Stück entfernt.

In Coimbra

In Coimbra

Alles in allem war es ganz nett die Tage hier, hält uns aber nicht länger, wir wollen weiter gen Süden. Auf dem Weg dorthin halten wir noch in Coimbra. Der dortige Stellplatz ist sehr voll, wir bekommen aber noch einen Platz. Ein kurzer Spaziergang führt von dort in die Stadt, die wir nun aber auch nicht für äußerst sehenswert halten. Vielleicht muss man die Universitätsbibliothek und weitere Räumlichkeiten dort besuchen, wozu wir aber keine Lust haben. Wahrscheinlich muss man das gesehen haben, wenn man nun schon hier ist. Aber wir mögen das Gesehenhabenmüssen nicht.
Dieses Mal verfahren wir uns bei der Anfahrt in Lissabon auf den Campingplatz nicht so wie vor zwei Jahren. Wir ignorieren die beknackte Ansage unseres Navi bei der Ausfahrt zum Montsanto, die uns wieder nur an einen Zaun des Platzes, nicht aber zum Eingang lotsen würde. Wir kennen uns ja aus 😉 und nehmen stattdessen die nächste Ausfahrt, wiederum zwei weitere an diesem Autobahnsiebeneck wie es scheint und finden so direkt zum Platz. Das passiert immer wieder mal, dass das Navi zwar die Adresse, zu der wir wollen, natürlich kennt, aber den Eingang derselben nicht und fröhlich meldet, Sie sind an Ihrem Ziel angekommen, was aber leider nicht stimmt. Aber natürlich kommt man immer irgendwie an’s Ziel. Unsere erste Tat nach der ersten Busfahrt in die Stadt (auch hier profitieren wir von unserer Erfahrung und stehen auf der richtigen Seite der Haltestelle, weil der Bus 714 hier nämlich in beide Richtungen auf der gleichen Seite hält) ist der Erwerb der ÖPNV-Wertkarte, mit der Busse und Bahnen deutlich günstiger sind. Zum ersten Mal fahren wir nun auch mit dem Boot auf die andere Seite des Tejo, um den Ortsteil Cacilhas zu erkunden. Auch gegenüber von Lissabon geht es nur rauf und runter. Sehenswert ist dort, so finden wir, nichts. Der Blick hinüber zur princesa do mar ist getrübt, wir weichen ständig Hundehäufchen aus, schrecklich, alles total verkackt und sind bald mit dem Boot zurück. Mit dem Vorortzug, für den wir auch unsere Wertkarte nutzen können, fahren wir nach Sintra. Der Zug ist rappelvoll mit Touristen. Am Ausgang im Bahnhof von Sintra gibt es einen regelrechten Stau und vor der Tür werden wir von Tourifängern, die einen die steilen Anstiege zur dortigen Festung  und den Palästen befördern wollen, empfangen. Wir latschen erst einmal etwas weiter und trinken in Ruhe ein Kaffeechen in der Sonne. Dann ist der Hauptstrom vorbei und wir machen uns auf den Weg bergan durch den tollen botanischen Garten, den einst im 19. Jh. der Prinz von Sachsen-Coburg + Gotha, verheiratet mit einer portugiesischen Prinzessin, anlegte. Wie im Urwald kommen wir uns vor, so grün ist es. Wirklich sehr schön und dazu sehr leer, weil die meisten andere Wege nach oben erklimmen. Unterwegs laufen wir unterhalb einer besonders steilen Passage des Berges entlang, wo wir deutsche Kletterer mutig am Berghang krackseln sehen. Ganz hoch zu den Palästen, das ist steil und weit, wollen wir gar nicht. Aber weil wir für unser Vesper kein Sonnenplätzchen finden, geht es fleißig immer weiter bis kurz vor die alte maurische Festung. Damit begnügen wir uns, genießen die Aussichten, vespern und laufen dann anders um die Hügel herum wieder in den Ort. Wir haben uns Zeit gelassen, sind aber trotzdem viel früher als der große Touristrom dran und können im halb leeren Zug, der zwei Minuten nach unserer Ankunft am Bahnhof loslegt, zurücktuckern. Und wie wir erkundet haben, fährt die Linie 750, die auch den Camping passiert, aber nicht in die Stadt fährt, auf ihrem Weg am Bahnhof Benfica vorbei, wo auch unser Sintra-Zügele hält. So haben wir einen perfekten Umstieg und sparen uns die doch etwas quälend lange Heimfahrt aus der Innenstadt.
Auf dem Platz treffen wir die Holländer aus Porto wieder und lernen ein Paar mit zwei Kindern kennen, die gerade überlegen, ob sie nicht für längere Zeit in’s Ausland gehen. Brasilien stand schon mal auf dem Plan, das Projekt verwirklichte sich dann aber nicht. In Portugal sind sie an einer Sache dran, die sie noch besser erkunden müssen, Familien mit Kindern, alternativ in einer Kommune leben. Zu Hause in Deutschland haben sie ihre Massagepraxis mit inzwischen einigen Angestellten, und die wirft offenbar genug ab, damit man Luft hat. Allerdings ist die Organisation aus dem Ausland doch weniger einfach als gedacht. Ja, so laufen uns immer wieder interessante Menschen über den Weg neben den klassischen und sich doch in der Mehrheit befindenden normalen Campern.
Schön renoviertBei unseren Stadtbesuchen erkunden wir Altbekanntes und einiges Neues. Unser Laufpensum hält sich dieses Jahr in Grenzen, aber wir genießen das Wiedersehen mit Lissabon und an vielen Ecken, die wir 2013 gemeinsam mit Jenny und Christoph besucht haben, denken wir nahezu gerührt an die beiden bzw. inzwischen drei. Nicht genießen tun wir die Ecken, die abseits der Touristenströme und leider sehr verdreckt sind. So isch’s halt. Dafür hatten wir in dieser Lissabonwoche gutes Wetter ohne einen Regentropfen. Und am letzten Sonntag schnabulieren wir noch in der Stadt in einem kleinen Restaurant, wo wir nur Einheimische erkennen. Das halb zahnlose Rentnerehepaar, das wohl regelmäßig hier zu Mittag ist, deren angebrochene Flasche Wein für morgen zur Seite gestellt wird. Der Herr mittleren Alters neben uns bekommt das, was er immer isst. Da haben wir Glück, dass wir trotz zentraler Lage auch mal ein ’normales‘ Lokal entdeckt haben. Zufrieden schließen wir unseren Besuch ab.
Wie wir wissen, ist der Süden im Winter von sehr vielen Engländern und einigen Deutschen bevölkert. Wir überlegen lange, wo genau wir hin sollen. Auf die zwei bekannten Plätze aus 2013 wollen wir nicht unbedingt. Schließlich landen wir in Alvor, einem einfachen und hügeligen Platz, der ziemlich voll ist. Wir finden einen großzügigen Stellplatz, der dafür etwas schattig ist. Aber die guten Plätze sind vergeben, wahrscheinlich sind sie seit Jahren für die regelmäßig hier Überwinternden reserviert, zu 90 % Engländer. alvor küsteBevor wir uns entscheiden, hier den Winteranfang zumindest einzuläuten, erkunden wir den Ort und die Gegend. Im kleinen Alvor gibt es reichlich Cafés und Kneipen. Allerdings essen wir seit einigen Wochen etwas anders als sonst, weshalb wir die außer für den Espresso oder ein Gläschen Wein weniger nutzen würden. In den Ort sind es nur wenige hundert Meter, zur Küste ungefähr 1,5 km, dort kann man auf Holzstegen und am Strand spazieren. Und direkt um die Ecke, keine 300 Meter vom Platz ist ein recht ordentlicher Supermarkt. Infrastruktur also alles in allem recht gut. Wir sind die einzigen Deutschen hier, noch der eine oder andere Holländer, Belgier und Franzose, sonst wie gesagt nur Engländer. Die grüßen alle immer freundlich und scheinen sich bereits zu kennen. Samstags gibt es sogar Gruppenbingo auf der Restaurantterrasse, uuhhhh, gruselig, aber wenn die ihren Spaß haben….und wir weit genug weg sind, was der Fall ist, alles ok…
Die Sanitärhäuschen sind in die Jahre gekommen, aber in Ordnung und werden zweimal täglich super sauber gereinigt, und die Dusche ist geräumig und knalle heiß. Das gratis Internet auf dem Platz ist eine einzige Katastrophe, aber fast jede Bar im Ort hat ein gutes. weihnachtDie erste Bar meiden wir inzwischen, weil der Juniorchef so unfreundlich ist, dass es uns nervt. Es gibt genug Auswahl, so die Bar mit gutem Netz und gutem Espresso, in der Claudi bei ihrem Morgenspaziergang durch’s Dorf immer einen schlürft. Friseurin, Schneider und Dorftrinker kennen uns auch schon und grüßen immer freundlich. Genau, man kann an schlechteren Orten landen, also bleiben wir hier aller Voraussicht nach die nächsten Woc
hen. weihnachtssternDie Temperaturen bewegen sich zwischen nachts 9-11 Grad und tagsüber bis zu 20. Mit Sonne super. Ohne etwas kühl, aber immer noch gutes Winterwetter, juhu, es reicht doch meist, um im Freien bereits zu frühstücken. Ja, dann Euch also auch eine schöne Adventszeit und bis die Tage…und bis dahin wieder ein paar Bilder.