Viel unterwegs…

Wir genießen unsere Zeit in Marbella. Ab und zu sind wir bei Ute und Peter im Häusle, das ganz zentrumsnah, dennoch ruhig liegt, zum Essen. wandernMit Ute machen wir bzw. sie mit uns den ein oder anderen Ausflug ins Hinterland. Da geht es schön durchs Grün, Oliven und Hügel. Ansonsten gehen wir fast täglich unsere 8-10 km am Strand spazieren. Und natürlich fahren wir am Meer Richtung Casares, wo wir letztes Jahr ab und zu im La Sal so lecker Gambas Pil Pil gegessen haben. Die müssen mindestens einmal sein, da stehen wir total drauf – lecker, knofelig.
An unserem ersten Abend auf dem Platz reisen auch die Dauercamper uns gegenüber an sowie deren Freunde. Puh, die sind dann bis spät in die Nacht, fast bis in die Früh saumäßig laut, Martin kann kaum schlafen, Claudi tut sich bei solchen Gelegenheiten immer die ungeliebten Ohrstöpsel rein…

Unser Sympahiewert den Nachbarn gegenüber sinkt entsprechend. Wir lernen uns dann aber noch kennen und kommen gut miteinander aus. Terry und George samt altem Winzighündchen JD (mit Windel) kommen aus Gibraltar und verbringen die Wochenenden hier auf dem Platz. Terry erklärt fortan an immer, was sie tun, wohin sie gehen, ob es zum Einkaufen geht oder zur Autowäsche, sie meldet sich regelrecht ordentlich bei uns ab. Zu Ostern dann reist erst ihr Vater mit seinem Kanarienvogel an, dann diverse Kinder und Enkel von den beiden wie auch von den anderen Nachbarn. Wow, das werden sehr laute, aber auch unterhaltsame Tage. Unsere Hauptbeschäftigung besteht darin, vor dem Trolli zu sitzen und nur zu glotzen. Wir werden bestens unterhalten. Mutter bzw. Großmutter Terry ist nur am Waschen, Kochen, Putzen und Aufräumen, die Kinder rasen mit Spielgeräten den Weg entlang. Ein Wunder, dass kein größerer Sturz passiert. Cousins und Cousinen gesellen sich dazu, ein Gewusel vom Feinsten. Martin darf von einem der Osteressenreste probieren, ganz köstlich. Muscheln (die Claudi nicht so mag) in einer Soße aus angedünsteten Brotkrümeln, Wein, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Mandeln, Petersilie, Minze, Pfeffer, Kreuzkümmel und Muschelgewürz. Das müssen wir irgendwann einmal versuchen, schmeckt dermaßen lecker, zum Reinlegen. Ob wir es so gut hinbekommen wie Terry, die sich ständig verausgabt beim Verköstigen der Familie, steht noch in den Sternen.
Johnny, der andere Nachbar, kündigt die Abreise für Montagmorgen an, endlich könnten sich dann unsere Ohren erholen. Wir fordern gleich Theater- oder Kinokarten ein, weil es dann ja komplett langweilig wird…wir werden die Unterhaltung doch vermissen. Am Morgen basteln wir den Kleinen dann noch Papierschiffchen, die sie in einer Pfütze schwimmen lassen, ständig werden neue Schiffchen angefordert, weil die dünnen Papierteile dauernd untergehen.
Bei unseren Unterhaltungen haben wir erfahren, dass die Gibraltarer weder den Spaniern noch den Briten zugetan sind. Zu keinem wollen sie am liebsten gehören, sie sind Gibraltarer. Untereinander reden die ‚Großen‘ meist Spanisch, gelegentlich rutschen englische Worte mit hinein. Die Kinder lernen in der Schule Englisch und reden auch Englisch untereinander und mit ihren Eltern. Die Eltern mit den Kindern wiederum reden vorwiegend Englisch, ab und zu ist etwas Spanisch dabei.
Ute und Peter sind inzwischen wieder nach Deutschland. Auch für uns wird es Zeit, mal wieder weiterzureisen. Wir wollen Spanien zügig hinter uns lassen und noch eine Woche in Südfrankreich verbringen, beste Wetteraussichten. Unser erster Fahrtag läuft gut, wir schaffen es mit über 700 km bis Valencia. Auf dem dortigen Stellplatz kennt man uns noch vom letzten Jahr, wie nett. Abends dann erreicht uns ein Anruf aus dem Siegerland, wo Claudi’s (Stief-) Oma seit Jahren in der Familie ihres Sohnes gepflegt wird. Sie liegt seit Jahren nach mehreren Schlaganfällen im Bett. Erst vor zwei Monaten ist der Sohn nach schwerer Krankheit gestorben. Das haben Oma’s Herz und Seele nicht mehr gepackt, nun ist sie gestorben. Wir überlegen kurz und entscheiden uns dann, zur Beerdigung zu fahren. In einem Zweitagesritt schaffen wir es über Orange nach Luxemburg, so dass wir dann am Vortag der Beerdigung von dort aus ins Siegerland fahren können. Wir bleiben drei Tage bei der Familie von Oma’s Schwiegertochter und sind froh, dass wir das so entschieden haben.
Weil wir nun schon früher als geplant in Deutschland sind, machen wir Arzttermine in Bayern aus. Martin zum Routinebesuch, Claudi muss nach ihrem sehr maladen Springdaumen sehen lassen. Auf dem Weg machen wir Halt in der schönen Rhön und am Rothsee, haben noch einigermaßen ordentliches Wetter und erfreuen uns am Spaziergang um den See.
Am Pilsensee und in München werden wir schnell mit deutscher gestresster Unfreundlichkeit konfrontiert. Wir würden am liebsten wieder weg ins Ausland. Das verdrängen wir, statten dafür dem Kloster Andechs und seinem Obatzden einen Besuch ab, dann geht’s weiter Richtung vorige alte Heimat. blautopf

Jetzt freuen wir uns auf die Enkelin Carolin in Pliezhausen, die nun schon fast vier Wochen alt ist. Auf dem Weg allerdings besuchen wir endlich noch eine gute, alte Freundin, die unsere erste Untermieterin in Tübingen war. Ein schöner Abend in Blaubeuren!
Im Wechsel zwischen Stuttgart, Pliezhausen und Fellbach ‚absolvieren‘ wir unsere Familienbesuche.
Die letzten Wochen waren etwas anstrengend für uns, das viele Fahren, viel im Kopf und nun viel hin und her. Unser Bericht ist deshalb sehr gerafft, die Muse für Ausführlicheres fehlt gerade. Aber das kommt bald wieder. Ein paar Fotos gibt es trotzdem noch.