Von den alten Griechen bis zum Karneval

Zurück in Punta Secca an der Südspitze Siziliens erleben wir dann sehr wetterdurchwachsene Tage. Es stürmt und hagelt, es regnet viel. Wenn sich die Sonne zeigt, machen wir Ausflüge wie in’s schöne an den Hügeln liegende Ragusa. Da geht jedem Stuttgarter das Herz auf, Stäffele soweit das Auge reicht. Ganz interessant und steil an die Hänge der ibleischen Berge, die so typisch hier im Süden sind, gebaut. Wir fahren über Land und sehen so die vielen Trockenmauern zwischen den Grundstücken, Oliven, Wein, Feigenkakteen und vieles mehr.
Ein Tempel in der Nähe unseres Platzes ist mal wieder kein Tempel mehr, sondern nur noch ein paar Steinbrocken, zudem um diese Zeit auch noch geschlossen.
Gelegentlich versuchen wir, draußen zu essen, aber unser Platz ungeschützt recht nahe am Meer macht das zu einem ungemütlichen Erlebnis. Irgendwann haben wir das dann satt und packen unsere Sachen, es ist zu windig hier, das Meerrauschen, sonst gedämpft schöne Begleitmusik zum einschlafen macht uns ganz irre, weil so laut. Claudi hat vom kühlen Wind trotz mehrfach gewickelten Schals ein steifes Genick, Kopfdrehen geht kaum mehr, tage- bzw. wochenlanges Salbenschmieren beginnt. 
Auf unserer weiteren Strecke liegt Agrigento, einer der kulturellen Höhepunkte Siziliens mit dem Tal der Tempel. Leider haben wir schlechtes Wetter, uns erwischen mehrere Regengüsse, so dass unser Ausflug durch die Tempellandschaft zeitlich begrenzt bleibt. Auf dem Rückweg werden wir in einer Kneipe von einer Amerikanerin angesprochen. Lustig, sie arbeitete auch für die Allianz, allerdings im Finanzbereich. Auch ihre Begeisterung über Sizilien hält sich in Grenzen. Viel vergammelt, hohe Eintritte, keine Pflege. Das stimmt leider. Das Tal der Tempel ist Weltkulturerbe, das findet man wohl toll, aber die vielen Schreibfehler im in Stein gemeißelten Eigenlob (auch auf deutsch) sind schon peinlich. Wenn man ein bisschen in der Welt unterwegs war, so meint unsere Gesprächspartnerin, hat man das alles hier doch schon und schöner gesehen. Leider müssen wir zustimmen. Auch in Eraclea Minoa, ebenfalls alte griechische Funde, hat man EU-Geld kassiert, gepflegt wird die Anlage aber sehr mäßig. Die Schilder, die beschreiben, was man hier sehen soll, sind fast restlos ausgebleicht. Die wichtigste Arbeit ist die eines Aufsehers, der uns vermeintlich unauffällig folgt, ob wir auch keine Steinchen klauen… eracleaDafür stehen wir neben dem Parkplatz über Nacht, das wiederum stört niemanden. Im Gegenteil, als wir am Nachmittag nach den Öffnungszeiten für den kommenden Tag schauen, werden wir nach unserem Camper gefragt und man freut sich, dass wir hier stehen und merkt an, dass das gut ist, hier seien wir auf jeden Fall sicher. Ja, freundlich sind sie immer, die Sizilianer. Wir haben oben vom Hügel freien Blick aufs Meer, absolute Ruhe und noch den Vollmond, der uns zur Nacht leuchtet.

Weiter in Ribera setzen wir wieder ab. Das bereuen wir fast, weil die Hunde dort oft abends und morgens stundenlang kläffen. Sehr ätzend und leider schon seit Wochen fast überall so. Dafür haben wir angenehme Schweizer Nachbarn, die sehr froh sind, dass wir dort stehen, so seien sie etwas geschützt vor dem ‚Preußen‘, der hier alle ständig zutextet. Der Preuße ist ein Kerl, der bereits seit März hier ist, faselt etwas von einer Auszeit. Mehr erfahren wir nicht, weil auch wir uns entziehen. Der quatscht einem so die Hucke mit belanglosem Kram voll, das immer so laut, dass es jeder hört. Immer in Gegenwart anderer muss er zeigen wie toll er und sein Hund sind (der zwar spinnig verspielt, aber sehr nett ist). Zuhören tut er ohnehin nicht. Also überlassen wir es getrost unseren anderen Nachbarn, sich den halben Tag volllabern zu lassen.
Von unseren Ausflügen klappt nur der in das nahe gelegene Sciacca, wo dieser Tage der bekannteste Karneval Siziliens stattfindet. Martin’s bereits in Manfredonia begonnenen, gelegentlichen Zahnschmerzen haben zugenommen. Der heimische Zahnarzt rät zur Behandlung. Im Internet suchen wir einen Arzt im Ort und fahren dort vorbei. Das Haus ist unscheinbar wie alle anderen, keine besonders gepflegte Fassade, nur das Schild und so etwas wie eine Klingel. Unser Klingeln wird erst mal nicht gehört. Dann kommt ohnehin eine Patientin (?) heraus, die uns die Tür öffnet. Sogleich empfängt uns ein sehr gepflegtes und schönes Treppenhaus. Auch die Zahnarztpraxis zeigt das gleiche wie wohl die meisten Wohnungen. Außen pfui und innen hui. In so manches Haus würde man sich nicht hineintrauen. Aber vom Äußeren lässt sich nunmal nicht auf das Innere schließen, das stellen wir auch hier fest. Der Empfang ist freundlich und aufmerksam, wir dürfen warten. Nach nur einer halben Stunde schaut sich der dottore die Sache an. Es ist wohl doch nicht nur das Problem mit der Brücke, sondern eine Wurzelentzündung. Prima…naja, bringt nichts, muss behandelt werden. Der sehr sympathische und lustige Zahnarzt erzählt, was er nun vorhat. Wir verstehen das auch mehr oder weniger. Außerdem ist es relativ wurscht. Wenn wir schon dorthin gehen, müssen wir uns auch darauf verlassen, dass er sein Handwerk beherrscht. Die Hauptbehandlung findet dann am nächsten Tag statt und dauert eine ganze Weile. Die Kollegin ist nun dran und strengt sich sehr an. Den Abschluss macht wieder unser dottore, der auch heute wieder unterhaltsame Sprüche macht. Wir hätten wirklich Glück. Einen guten Zahnarzt in Italien zu finden, sei nicht so einfach und in Sizilien sowieso nicht, lacht’s und arbeitet weiter. Wir haben uns gut aufgehoben gefühlt in dieser sehr modern ausgestatteten Praxis und wurden unkompliziert versorgt, das war spitze, wir versöhnen uns ein wenig mit Sizilien 😉 .
riberaHier in Ribera treffen wir kurz vor Abfahrt auch alte Bekannte. Norbert und Rosi samt Hund Max stehen neben uns. Die beiden, so um die 60/Mitte 60, haben wir bereits in Manfredonia kennengelernt. Wir unterhalten uns immer gut und viel, und Rosi und Claudi gehen gemeinsam spazieren, wenn der Regen es erlaubt.
Martin, wieder hergestellt, möchte den Karneval in Sciacca sehen. Karneval ist nun unser beider Ding gar nicht. Aber ihn interessiert dieser bekannte und andere in Sizilien. Also gut. Da muss Claudi nun durch. Schon bei unserem ersten Besuch in Sciacca (nur mit Zugfahrzeug) haben wir einen ersten Eindruck von der Stadt bekommen. Das ist noch ein richtiger Fischerort mit vielen, vielen Booten im Hafen. Der Ort ist unaufdringlich schön, hier und da noch alte Bauwerke, uns gefällt’s. Nicht gefällt Claudi die Zufahrt zum Hafen, die ist so steil und kurvig, das möchte sie mit dem Trolli keinesfalls fahren. Also suchen wir nach einer anderen Zufahrt, allerdings sind diverse Straßen gesperrt, scheint gar nicht so einfach zu sein. Und dann bekommen wir wieder unerwartete und herzliche Hilfe. In der Kneipe, wo wir unser Mittags-Panino essen, arbeitet eine Frau, die in Sonthofen aufgewachsen ist. Wir unterhalten uns über dies und das, auch darüber, wie schwer ihr das Leben hier fällt mit dem deutschen Hintergrund. Sie wird oft verrückt, sagt sie, muss und will sich aber, vor allem wegen ihrer Kinder, damit abfinden. Mit dem Chaos, mit der Unorganisiertheit, dem Müll, der Tatsache, dass, wie sie sagt, jeder immer nur nach sich schaut. Unser Gespräch kommt aber auch auf unser ‚Zufahrtproblem‘. Kaum hat sie es ausgesprochen und ihre Kollegin und den Chef gefragt, wird heftig hin und her diskutiert, der Stadtplan aus dem Nebenzimmer geholt und sich wirklich übertroffen im Bemühen, uns eine gute Lösung zu präsentieren. Herrlich!
Nun geht es mit dem Trolli also komplett nach Sciacca. Wir fahren schließlich noch etwas weiter außen rum, wir finden auch nicht den richtigen Abzweig, ist aber egal. Wir kommen gut im Hafen an, und es gibt noch genug Platz. Sicher auch, weil das Wetter durchwachsen ist. Am Samstag sind es schließlich um die Hundert Mobile, die hier stehen und auch stehen dürfen ohne Regulierung oder Carabinieri. Sehr stressfrei. Wenn das Wetter besser wäre, wäre es allerdings sicher noch etwas voller.
Ja, und dann am Samstag der Karneval. Es gibt einen Zeitplan, der hier aber (natürlich) nicht eingehalten wird. Eine gute Stunde später beginnt dann der Umzug am einen Ende der Stadt. Sehr, sehr langsam bewegt sich der Wagen fort. Die ca. 15 Harleys, die den Zug anführen, machen ohrenbetäubenden Lärm, begeistern aber die Zuschauer und werden ungeduldig und fahren bereits etwas weiter. Bis es so richtig losgeht, ist es schon dunkel. Ständig bleibt der Wagen stehen und verteilt Wein und Würstel. Nach diesem Wagen können wir keinen weiteren entdecken und wundern uns, was nun so besonders am Karneval in Sciacca sein soll. sciaccaWir ziehen in die Stadt, machen aber, bevor wir heimgehen, nochmal einen Schlenker zu den Straßen, die abgesperrt sind. Abgesperrt für den Verkehr. Und da, da kommen doch noch, auch sehr langsam, weitere Wagen. Und diese Wagen sind schon cool. Da ist jeweils nur eine Figur drauf, die ist aber so groß, dass sie bei normaler Stockwerkshöhe bis fast in den fünften Stock reicht, irre. Und ganz anders als in Deutschland: nichts ist abgesperrt, nur die Straßen, damit der Umzug durchkommt, aber keine Gitter, nichts. Jeder läuft kreuz und quer durch die vor den Wagen tanzenden Gruppen, meist viele Kinder, die zwar geübt haben, sich aber doch sehr unkoordiniert bewegen. Egal, der Karneval hier ist zum Anfassen. Immer wieder sieht ein Darsteller einen Bekannten, der gschwind bebusselt wird und weiter geht’s. Martin ist im Fotografierrausch. Claudi hat den ganzen Mittag nichts gegessen, hat demzufolge Hunger, außerdem Kreuzweh und ist saumüde. Aber wir halten durch bis zum fünften Wagen, dann scheint auch Schluss zu sein. Trotz des Gedränges ist alles friedlich, die Leute sind gut drauf, ist eher wie ein großes Stadtfest. Total geschafft und vor allem betäubt, weil die Musik aus den Lautsprechern der Wagen von mal zu mal lauter wird, machen wir uns auf den Heimweg. Unten beim Hafen passieren wir ein Hotel und hören ein lautes ‚Buona sera!‘. Damit können wir nicht gemeint sein, schließlich sind wir nicht auf der Königstraße in Stuttgart. Aber um uns herum ist niemand. Doch, wir sind gemeint, freudestrahlend und die Arme ausbreitend kommt unser Zahnarzt über die Straße, umarmt und busselt uns, erkundigt sich nach Martin’s Befinden und fragt, wann wir wieder nach Sizilien kommen. Dann sollen wir uns auf jeden Fall melden. So eine nette Überraschung, haben wir doch schon alte Bekannte hier unten….
Noch lange hören wir die Karnevalsmusik vom Platz hinunter bis zum Hafen. Am Sonntag dann – nachmittags hört der Regen mal auf – kommt der Umzug von der anderen Seite, allerdings mit den gleichen Wagen, dafür mit neu kostümierten Tanzgruppen. Wir machen es kürzer und früher Feierabend. Sodele, nun haben wir das auch mal gesehen. Ob man das braucht, darüber sind wir uns nicht ganz einig. Faszinierend sind die hohen Wagen, die durch die engen Straßen ziehen, das steht fest. Und die ausgelassene Volksfeststimmung, aber keinesfalls einem Besäufnis auch nur ähnelnd, ist wirklich sehr schön.

trollipfützeDie nächsten zwei Nächte verbringenwolken wir frei stehend am Leuchtturm von Torretta Granitola. Sehr schön hier, leider regnet es aber nur einmal, nämlich dauernd. Und bei dem zwar nicht starken, aber ausreichenden Wind ist an rausgehen nicht zu denken. Die leichte Mulde, in der wir stehen, füllt sich dermaßen schnell und bedrohlich mit Wasser, hoffentlich ist der Untergrund nicht zu weich, sonst sinken wir nun ein oder kommen bei Schlamm schlecht wieder raus. Nach der zweiten Nacht lässt der Regen etwas nach, wir fahren weiter. Der Untergrund war fest, alles ohne Probleme, uff.
Nächste Station ist Marsala. Das Wetter ist noch immer so lala. Wie oft in letzter Zeit beginnt es zu regnen, kurz nachdem wir die Wäsche aufgehängt haben, obwohl es eben noch gut aussah. Naja, wir finden uns so langsam damit ab, dass wir hier kein durchgängig gutes Wetter mehr bekommen, was schon positiv formuliert ist. Seit über drei Wochen hatten wir vielleicht einen Tag am Stück Sonne ohne Wolken oder Regen. Zur Zeit steht für uns fest: nie wieder Überwintern in Sizilien!
Dann, oh Schreck, kommt am nächsten Tag die Sonne raus, zwar nicht so intensiv und wolkenlos wie vorhergesagt, aber so stehen wir zeitig auf und laufen zur Bushaltestelle. Vier Minuten nach Fahrplan kommt ein kleines Transporterbuschen vorbeigedüst, das uns nicht als Wartende erkennt, einfach mit Karacho vorbeizischt. Und da stand Comune di Marsala drauf. So ein Kack, der nächste Bus fährt erst mittags, was soll das denn? Wir warten noch kurz, vielleicht war es ja doch nicht ‚unser‘ Bus. Nach einigen Minuten drehen wir enttäuscht Richtung Platz um. Auf dem Weg schaut sich Martin aber nochmals um, und da kommt doch ein richtiger Bus, das muss er sein. Schnell winken wir, schon ein gutes Stück weg von der Haltestelle. Aber kein Thema hier, der Fahrer hält, und wir kommen doch noch in die Stadt. Juhu! Marsala, bekannt durch den Wein, wirkt sehr aufgeräumt. Nicht so viel Müll wie andernorts, viele Läden, auch moderne, keine spektakulären Sehenswürdigkeiten, aber für uns genau das Richtige. Nicht zu laut und nicht zu leise. So schlendern wir also durch die Stadt, schauen uns um und gehen mittags, weil wir nichts anderes finden, in eine, naja winzige Kneipe. Eigentlich mehr ein kleiner Laden. Innen rechts eine lange Auslagentheke mit Hühnchen, Oliven etc. Links davon drei kleine Tische mit je zwei Stühlen, dahinter geradeaus nur noch die Küche, ein rechts und links mit Herd etc. bestückter Schlauch. Und in der Küche, also links vor dem Herd und gegenüber vom anderen Herd ist dann noch irgendwie der kleine, aber saubere Kloraum untergebracht. Vor der Tür haben gerade mal zwei Tische Platz. Dort platzieren wir uns. Total witzig, diese Kneipe. Und wir essen prima. Chef empfiehlt uns noch eine kleine Vorspeise, zum Glück. Die schmeckt wunderbar. Toll eingelegte Paprika und Oliven, kleine Pizzale, etwas Kabeljau, Salami und Käse, danach sind wir eigentlich schon satt. Dann kommt aber noch das eigentliche Essen. Auch damit sind wir sehr zufrieden. Mama kocht prima. Vor allem Martin ist ganz begeistert von seiner Pasta mit Fisch, hört gar nicht auf zu schwärmen. Und weil er vor allem das Olivenöl so toll findet, fragen wir, was für eines das ist. Olivenöl. Ja klar, Olivenöl, aber was für eines. Von hier. Aha, von hier, und welche Marke. Moment. Der liebenswerte Wirt wartet, bis wir fertig gegessen haben und besorgt dann gleich aus dem benachbarten Feinkostladen besagtes köstliches Öl. Der Ladenbesitzer kommt hinterher, tauscht die Flasche gegen eine mit Preis ausgezeichnete aus und sagt ’numero uno, numero uno!‘ Wenn das so toll ist, gehen wir, bevor der Laden schließt schnell zwischen Hauptspeise und amaro hinüber und kaufen ein weiteres Fläschchen. So ein herrliches und vergnügliches Mittagessen hatten wir zuletzt in Garda. Eigentlich ist die Straße gesperrt, aber das interessiert hier keinen und einige Autos fahren durch. Manche verpassen mit ihrem Außenspiegel nur knapp unsere Weinflasche oder Öl und Essig. Die Chefin entschuldigt sich und beschwert sich sogleich über diese ungezogenen Durchfahrer. Wir antworten grinsend ‚Siciiiiiilia‘. Oh ja, da lacht sie und stimmt zu. Hach, das war jetzt so richtig gemütlich und einheimisch hier. Die vorbeilaufenden Anwohner haben meist freundlich gegrüßt. Schee wars.
Den Bus zurück erreichen wir zum Glück zeitig, denn sonst hätten wir vor lauter Schülern, die heimfahren, nicht mehr reingepasst. So werden wir nur wie alle etwas zusammengequetscht. Leider fährt der Bus dann einen etwas anderen Rückweg. Noch sind wir – parallel zu unserer Straße – guter Dinge, aber dann entfernt er sich immer weiter von unserer Haltestelle. Schließlich kehrt er an der letzten Haltestelle auf dieser ewig langen Straße auf einem Feldweg einfach um, ist wohl die normale Route. Gut, wir kommen wieder in unsere Richtung. Aber nein, keine zwei Minuten später wieder eine ‚falsche‘ Abbiegung. Jetzt hoffen wir nur noch, dass er unsere Haltestelle auf dem Rückweg noch mitnimmt. Puh, das macht er dann auch, und so können wir nach doppelt so langer Zeit wie hinzus glücklich aussteigen.
Der Himmel zieht sich schon wieder zu. Für die kommenden Tage ist dann auch wieder Regen angesagt. Da müssen wir nicht hier herumstehen, also geht es weiter Richtung Trapani, dort auf einem Stellplatz mit Beton, damit wir nicht wieder befürchten müssen zu versinken. Und dann sollten wir noch schauen, dass wir nicht, wie am Leuchtturm, zu sehr nach hinten hängen. Dort ist das Wasser nämlich in Strömen hinten am Fenster herunter gelaufen. Eigentlich kein Thema, wenn da nicht unser Schock beim Öffnen des Kofferraumes gewesen wäre. Die Vertiefung,  in der die Räder etc. stehen, ist locker 5 cm mit Wasser gefüllt. Ach du scheiße, was ist das denn, kam ja noch gar nicht vor und sollte es auch nicht. Wir vermuten, dass der Deckel nicht ganz dicht ist und von den vielen Wassermassen wohl etwas dort reingesickert ist. Eine andere undichte Stelle können wir nicht ausmachen. Ausschöpfen, trocknen ist kein Problem. Leider steht dort aber auch unsere Alu-Bücherkiste. Oh oh. Die unteren Bücher, die mit dem Rücken nach oben stehen, damit man sie besser erkennt, sind alle nass, haben sich ziemlich vollgesaugt, sogar so sehr, dass sie so aufgebläht sind, dass wir sie nur gemeinsam mit Gewalt wieder herausbringen. Och, das tut uns nun aber weh. Unsere schönen Bücher, noch einige ungelesen. Da sind locker mal zweihundert Euro futsch. Ärger. Aber vor allem ob dieses traurigen Anblicks. Erstmal lassen wir sie vorne im Führerhaus antrocknen. Dann blättert Claudi die verwundetsten einzeln durch, was sehr mühsam ist, weil die Seiten so aneinander kleben. Einmal 600 Seiten, einmal um die 500, sonst weniger, und dann föhnen wir noch ein bisschen. Bestimmt zwei Stunden sitzen wir abwechselnd blätternd und föhnend abends im Auto. Da muss der Hersteller aber mal richtig nacharbeiten. Geht gar nicht. Im Moment haken wir das ab, wir wollen nicht diesen Ärger mit uns herumfahren, wir haben ab jetzt aber ein besonderes Auge darauf geworfen. Heute soll es wieder heftig regnen, ab spätabends. Morgen also zuerst in den Kofferraum schauen, um zu wissen, welche Aufgaben uns der Tag und das Wetter stellen 😉 .

Nein, Wahnsinn, die Wettervorhersage kann man getrost vergessen. Strahlender Sonnenschein, fast 20 Grad. Was ist das denn, wo ist das Tief geblieben?? Wir spazieren sofort an den Hafen von Castellammare del Golfo, wo wir inzwischen sind und buchen eine Bootstour in der schönen Bucht. Natürlich packen wir bei diesem tollen Himmel auch das Badezeug ein, wer weiß. Wir sind total aus dem Häuschen und zwicken uns gegenseitig……

Spaaaaaaß, während wir das schreiben sitzen wir im Womo. Wie üblich zur Zeit tröpfelt es aufs Dach, die Wolken hängen tief, an schöne Ausflüge oder Spaziergänge, wie wir sie sonst machen, ist nicht oder nur eingeschränkt zu denken. Auf dem Weg hierher sind wir an unzähligen überschwemmten Feldern und durch tolle Pfützen gefahren. Aber wir haben uns jetzt mal kurz in die Traumwelt gerettet ;-))
Wie es weiter geht, erfahrt Ihr demnächst, hier wieder wie üblich unser Fotolink. Und, weil etwas mehr als sonst, hier der Karneval separat.

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