Schönes Andalusien

Ute und Peter müssen für drei Wochen nach Deutschland, und dies just kurz nach unserer Ankunft. Wir werden eingeladen, doch diese Zeit in der Wohnung zu verbringen. Wir überlegen, ob wir Trolli das antun können. Schließlich entscheiden wir uns dafür, parken Trolli in der Straße nahe der Wohnung (in Winkentfernung) und quartieren uns ein. Es fehlt noch der Zettel an der Windschutzscheibe, der sagt, dass Trolli hier nur parkt und derzeit nicht bewohnt wird und die Wohnungsverwaltung Bescheid weiß. Als wir dies am Nachmittag erledigen wollen, sehen wir aus der Ferne entsetzt bereits ein Polizeiauto am Trolli halten. Ne, oder? Das kann jetzt nicht sein, steht doch keine zwei Stunden dort. Wir nähern uns betont langsam und unauffällig. Der Wagen fährt nicht weiter. Um eventuellem Ärger direkt entgegen zu gehen, sprechen wir die im Fahrzeug sitzenden Beamten an, ob es ein Problem mit dem Trolli-Parkplatz gäbe. Nein, nein, sie winken gleich ab und telefonieren weiter. Etwas Anderes scheint sie ausgerechnet genau bei Trolli zum Halten bewogen zu haben. 

Weil wir dann auch einige Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung machen wollen, mieten wir uns ein kleines Auto. Immer mit dem Trolli auch Kurzausflüge zu machen, ist nicht so toll, in die engen Berge ohnehin nicht.
Den Granadaausflug haben wir bereits erwähnt. Wir haben also kurzerhand ein Zimmer und den Eintritt samt Führung von hier aus gebucht. Leider leuchtet am Nachmittag zuvor im Mietautole die Motorblockleuchte. Das gefällt uns gar nicht, das kennen wir vom Trolli, der musste dann in die Werkstatt. Die lange Strecke nach Granada und zurück (> 500 km) wollen wir nicht mit diesem Leuchtauto fahren. Wir suchen also nochmals schnell den Vermieter auf, der sich auch sofort kümmert, uns zusagt, dass er das prüft und tatsächlich gegen 18 Uhr anruft, wir könnten ein anderes Auto in einer halben Stunde bei ihm abholen. Das hat gut geklappt und ist uns so lieber. Also ab nach Granada, eine schöne und ruhige Fahrt durch die Berge. Oliven, Oliven, Oliven, so weit das Auge reicht. Wir fahren den Großteil auf der Zahl-Autobahn, daher auch ganz ruhig, weil kaum Verkehr. Wir denken, die Ausgaben können so nie reinkommen. Die Mautautobahnen werden meist gemieden. Die Anfahrt nach Granada ist hässlich und stinkig. Diverse Bauern verbrennen Holz und Laub, die Ebene ist intensiv rauchgeschwängert und hellgelb/-braun.
Unser Hotel liegt im Zentrum, der Weg vom Parkhaus ist kurz. Wir sind ganz gespannt auf die Alhambra, dieses einzigartige arabische Denkmal auf europäischem Boden. Für unsere Verhältnisse müssen wir früh aufstehen (7 Uhr), wenn wir in Ruhe frühstücken wollen. Wir verzichten auf den Bus und gehen zu Fuß los, der Weg durch die Stadt ist in der Tat kurz und die frische Morgenluft (ca. 8 Grad) tut gut. Wir führen nun nicht den ganzen Besuch aus. Zusammengefasst: 

Absolut sehenswert, viele wunderschöne Ein- und Ausblicke. Leider hatten wir eine grottenschlechte Führung. Der italienische Guide sprach anständig englisch, war aber so selbstverliebt, dass er nur an der Oberfläche streifte. Da haben wir beim Einlesen von gut einer halben Stunde am Abend vorher wesentlich mehr erfahren. Wirklich schade. Über die deutschen Führungen haben wir im Nachhinein nur Gutes gelesen. Also: wenn Ihr Euch die Alhambra gebt, was sich definitiv lohnt, schaut, dass Ihr – wie auch immer – eine g’scheite Führung bekommt! Sonst sehr schade drum.

Nach unserer Rückkehr in die Wohnung besuchen wir Ronda. Auch sehr lohnenswert. Zum einen eine schöne Fahrt durch die einsamen Berge, die leider bessere Ausblicke bescheren könnte, wenn das Wetter nicht so mies und wolkig wäre. Zum anderen einfach eine toll liegende Stadt an bzw. auf Felsen. Hat uns sehr gut gefallen, ein gemütlicher Tag mit Natur und Stadt.
Das Wetter bei uns um die Wohnung wird immer schlechter, kaum mehr Sonne, oft viel Wind, meist bewölkt. Immerhin regnet es nicht, aber wir können uns nicht zu vielen Ausflügen aufraffen. Aber wir besuchen noch das hübsche kleine Dorf Casares, zu dessen Gemarkung Ute und Peters Wohnung gehört. Das sind so 20 km in die Berge. Und ups, das haben wir gar nicht erwartet. Casares liegt auch, wie hier so viele andalusische Dörfer, weiß gekleidet am Fels. Man trifft sich in der Dorfmitte, vor allem die „Alten“ und tauscht sich aus. Hier ist noch Leben.

Ansonsten begleiten uns u.a. die Herausforderung des Telefonvertragswechsels. Wir haben beide unsere Mobilverträge zu Mitte Dezember gekündigt und auf prepaid umgestellt, sonst verblasen wir unnötig Geld. Der Wechsel funktioniert, wir bekommen sogar Mail bzw. sms dazu. Aber dann die erste sms, die Martin versenden will. Sie meldet keinen Versand, kommt dafür aber beim Empfänger dreimal an. Wir versuchen das noch ein bisschen, aber das System scheint total zu spinnen. Eine lange E-Mail-Konversation mit Magenta beginnt (die sich toll kümmern und sehr schnell antworten und am Abend per Mail noch mindestens 5 Vorschläge machen, wie wir den Fehler vielleicht beheben könnten). Nichts ändert sich. Claudi macht x Bildschirmfotos von den Fehlermeldungen, Post geht hin und her, pling pling pling.

Schließlich wird die Meldung angelegt, weil keine kurzfristige Lösung in Sicht ist. Magenta ruft uns am nächsten Morgen an, wir unternehmen weitere Versuche – erfolglos. Wir vermuten, dass der Wechsel im Ausland ein Problem ist. Je nach Vertrag, also postpaid oder prepaid fragt die SMS-Zentrale ja beim Anbieter des Versenders, ob ein Guthaben vorhanden ist (so bei prepaid). Bei postpaid wird einfach versandt, die Rechnung kommt später anhand der Versendungen. Irgendwie klappt der Guthabencheck oder das OK der Zentrale, dass der Empfänger auch empfangen hat, nicht. So viel finden wir gemeinsam am Telefon heraus. Wir senden nochmals unseren sms-Verlauf und warten nun auf Bescheid, man bastelt eifrig an dem bisher noch nie gehabten Problem. Und wirklich Lob: die kümmern sich bisher tadellos. Die einzige Kritik ist, dass sie Mails sauberer lesen sollten. Wir haben ausdrücklich den Vertragswechsel genannt und dass seither dieser Fehler auftritt und zudem, dass wir gerade in Spanien sind, also auch zum Wechselzeitpunkt waren. Nun gut, das wird irgendwann werden, und vielleicht werden wir uns dann auch über den Ersatz der immer dreifach versandten vielen Test-SMS und Gespräche einig 🙂
Auch spannend ist die Bestellung eines neuen Objektivs. Wir entscheiden uns für den Nikon-Shop in München, Martin war dort bereits sehr zufrieden. Auch das klappt erst tadellos, leider ist das Objektiv dann aber auf anderem Onlineversandweg schon weg. Kommt vor. Wir werden aber sofort informiert und könnten den Vertrags rückgängig machen. Auch diese Firma zeichnet sich durch einen spitzen Service aus. Kann man nicht anders sagen. Die Lieferung verzögert sich noch etwas mehr, was nicht an der Firma liegt. Wir sind dauernd im Kontakt, werden superaktuell auf dem Laufenden gehalten. Dann wird’s wirklich arg knapp, wir wollen ja weiter und wissen nun nicht, ob der Versand noch zu unserer Abreise passt. Wir denken doch an eine Stornierung, die nach wie vor problemlos möglich wäre. Die Dame beim Nikon Service Dostal und Rudolf in München reist sich alle Beine aus, eine neue Lieferung ist eingetroffen. Die wird sofort nach unserem Objektiv durchforstet. Nun sind wir ausgerechnet an diesem Tag unterwegs, naja, wir können ja nicht dauernd in der Bude sitzen. Jedenfalls haben wir so keinen ständigen Internetempfang. Als wir dann in einem Café endlich in’s Netz können, um nach den Objektiv-Neuigkeiten zu schauen, sind drei Mails da. Ja klasse, das Objektiv ist da, es sollte aber unbedingt heute noch versendet werden, damit es rechtzeitig ankommt. Wir sollen uns doch bitte bis 14 Uhr kurz melden, ob es nun beim Kauf und Versand bleibt. Weitere Mail, bitte melden Sie sich, damit wir doch noch versenden können… Diese Mails lesen wir um 13:38 in Gibraltar. Die Dame von D&R muss das Paket bis 14 Uhr aufgeben. Jetzt aber in die Tasten gehauen. Klar, alles super, hau‘ das Ding raus. Spitze, vielen Dank für diese Bemühungen…. Bereits um 14:30 Uhr erhalten wir die Mail des Transporteurs mit der Nummer zur Sendungsverfolgung. Es sollte reichen, wir warten nun auf das Paket. Und für die Münchner Freunde nochmal der Hinweis: Wenn Ihr einen guten Nikon-Laden sucht, geht da hin. Das war wirklich ein Hammer-Service. Haben wir noch selten erlebt, und wir freuen uns, dass wir auch aus dem Ausland Tipps für Einkäufe in D geben können :-))
Und wie bereits gerade erwähnt, waren wir dann auch noch in Gibraltar. Hm, ja, das ist schon schräg und kann man durchaus mal gesehen haben. Krass die Warteschlangen am Zoll, das liegt an den Spaniern. Habt Ihr sicher auch in den Nachrichten gehört, da wird gerade intensiv und langsam kontrolliert. An der Abbiegespur nach der endlosen Autoschlange dann noch die Mopedschlange.

Wir machen kehrt und fahren in’s Parkhaus und laufen von Spanien nach UK. Ist auch spannender, so sehen wir die unzähligen Spanier, die in Massen Zigaretten in Mengen kaufen, diese irgendwo in der Hose verstecken, weil sie zu viele dabei haben oder heute schon 25 x über die Grenze sind. Ist echt ein krasses Schauspiel. Ein emsiger Grenzverkehr, überall liegt Müll herum, vor allem Verpackungen von Zigarettenstangen und alle kramen sich in der Hose oder unter’m Hemd rum und schleusen den tabaco nach Spanien. Dann laufen wir bei grüner Ampel über das Flugfeld von Gibraltar. Ja, also die haben ja eh so wenig Platz da unten auf Ihrem Zipfel, da muss man halt den Fuß-, Radl- und normalen Weg über das Flugfeld führen. Wenn ein Maschinchen kommt, wird’s rot an der Ampel. Das haben wir leider verpasst, wäre sicher auch interessant gewesen. Der Ort selbst ist nicht spektakulär. Englische Bobbies, rote Telefonzellen, halt der ganze Kram. Allerdings Rechtsverkehr, also ein bisschen inkonsequent….

Auf den Berg krakseln wir nicht, es ist grau, die Aussicht miserabel. Also glotzen wir nur, beginnen, die Zigarettenläden zu zählen, hören wieder auf, weil es so viele sind.

Toll, auf dem Weg nach Gibraltar haben wir noch eine Gastankstelle ausfindig gemacht, also LPG für unseren Trolli bzw. für Heizung und Küche. Ansonsten hätten wir nach Marbella tuckern müssen. Das ist zwar nicht so weit, aber nun freuen wir uns, nach langer Suche im Internet und Abklappern von falschen GPS-Koordinaten eine Tanke in unserer Marschrichtung gefunden zu haben. Sehr praktisch. Und dann können wir auch endlich die vor Monaten erworbenen Gastankfülladapter testen. Bald geht’s dann mit vollem Gastank weiter.
Aber vorher, nämlich heute, bekommen wir von Martin’s Mutter noch ein Päckchen.

Wie cool ist das denn!

Wir bekommen Weihnachtsgutsla, Breedla oder wie es hochdeutsch eher heißt Weihnachtsgebäck nach Spanien gesandt. Selbstredend selbstgebacken. Wir trauen uns noch gar nicht, das Paket aufzumachen. Aber stehen jetzt schon davor wie die Kleinen unter’m Baum.

Nicht fehlen dürfen nun noch die aktuellen Bilder für Euch.

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